Friedensethik muss überdacht werden

Schon immer sei in der christlichen Friedensethik die Waffengewalt als „Ultima Ratio“ vorgesehen, als allerletztes Mittel zur Verteidigung von Leben und Freiheit, sagte die westfälische Präses Kurschus. „Wir sehen jetzt: Dieser für uns friedliebende Christen schwierige und unangenehme Gedanke muss weitergedacht und neu befragt werden.“

Die Menschen in der Ukraine, deren Häuser und Städte zerbombt würden, bräuchten Hilfe, um sich zu verteidigen – auch Waffen. „Mich persönlich stürzt das in ein echtes Dilemma: Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Waffengewalt keinen Frieden schaffen kann“, räumte Kurschus ein. Zugleich wäre es zynisch, aus einer relativ gesicherten Position heraus den Menschen in der Ukraine in ihrer unmittelbaren Bedrohung zum Verzicht auf Waffen zu raten.

„Unsere Friedensethik darf nicht zu einer steilen Ideologie werden, die wir anderen vorhalten, um selbst edel und gut zu bleiben“, sagte die Theologin. Die Kategorien „richtig“ und „falsch“ taugten nicht. „Es wird immer deutlicher auch in diesem Krieg: Ohne Schuld kommt da niemand raus, egal wie wir handeln oder nicht handeln und uns positionieren.“

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( https://www.ekd.de/rss/editorials.xml?)
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Dieser Beitrag verfällt am 14. Oktober 2022.

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