Jürgen Schmude über seine Amtszeit als Präses der Synode der EKD (1985-2003)

„In Borkum haben wir unter anderem ein Thema beraten, das bis in die Politik Wellen schlug: die Aufhebung der Kriegsgerichtsurteile aus dem Zweiten Weltkrieg. Fahnenflüchtige aus der Nazi-Zeit galten immer noch als vorbestraft. Die EKD-Synode erkannte, dass diese Menschen den Befehl verweigerten, weil sie nicht an an einem verbrecherischen Angriffs-und Vernichtungskrieg beteiligen sein wollten. Der Bundestag beschloss später, wie es die Synode vorgeschlagen hatte.“

Mauerfall während der Synodentagung

Ähnlich denkwürdig war die Synodentagung im November 1989 in Bad Krozingen. Am Morgen des dritten Tages wurde die Sitzung mit der Meldung eröffnet, dass die Mauer gefallen sei. „Eigentlich sollte es um das Thema ‚Frauen in der Kirche‘ gehen“, erinnert sich Schmude. „Aber an diesem Morgen waren die Synodalen von den Ereignissen in der DDR tiefbewegt: wir erlebten, was wir nicht zu hoffen gewagt und uns dennoch immer gewünscht hatten.“

In 18 Jahren an der Spitze der EKD-Synode hat Schmude viele beeindruckende Menschen erlebt, von denen er unter anderem Bischof Martin Kruse erwähnt oder den langjährigen hannoverschen Landesbischof Horst Hirschler. Und eine dringende Empfehlung des südafrikanischen Erzbischofs Desmond Tutu in einer Sitzung des Rates der EKD hat Schmude nicht vergessen: „Haltet bloß an der Kirchensteuer fest. Die beachtlichen Hilfen für afrikanische Kirchen könnt ihr sonst doch kaum noch leisten.“

Michael Eberstein / EKD

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
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