„Sea-Watch 4“ startet zu erster Rettungsmission

Er sei dankbar, dass das Schiff endlich ausgelaufen sei, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, ZDFheute. “Es sterben täglich Menschen im Mittelmeer, und kein Rettungsschiff ist da, das sie rettet.” Es sei skandalös, dass die EU seit Jahren zuschaue, wie an den Grenzen Europas Menschen ertrinken, sagte der Theologe, der das Projekt Kirchenschiff in der EKD vorangetrieben hat. “Es darf nicht so bleiben, dass man mit der libyschen Küstenwache zusammenarbeitet und gerettete Menschen nach Libyen, in den Bürgerkrieg, zurückschickt. Da passieren extreme Menschenrechtsverletzungen.”

Das ehemalige Forschungsschiff wurde vom Bündnis “United4Rescue” finanziert, das von der EKD initiiert wurde. An dem Projekt beteiligt sich neben Sea-Watch auch “Ärzte ohne Grenzen”. Seit über sechs Wochen seien keine zivilen Rettungskräfte mehr vor der libyschen Küste im Einsatz, erklärte Michael Schwickart von “United4Rescue”. Fast alle Schiffe würden von den italienischen Behörden wegen angeblicher Sicherheitsmängel festgehalten oder mit nicht erfüllbaren Auflagen am Einsatz gehindert. Die Aufklärungsflugzeuge von Sea-Watch hätten allein in den vergangenen sechs Wochen mehr als 1.500 Personen in Seenot dokumentiert. Viele von ihnen seien nach Libyen zurückgebracht worden.

Die Idee eines kirchlichen Seenotrettungsschiffs im Mittelmeer geht auf den evangelischen Kirchentag in Dortmund 2019 zurück. Im Januar ersteigerte das Bündnis das Schiff für 1,3 Millionen Euro, darunter 1,1 Millionen Euro Spendengelder des Bündnisses, dem mittlerweile über 550 Organisationen und Unternehmen angehören. Im Februar wurde die “Sea-Watch 4” getauft und an die Seenotrettungsorganisation Sea-Watch übergeben.

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
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