Diakonie-Präsident Lilie fordert Aufarbeitung von Corona-Ausbrüchen

Zugleich forderte er klarere Regeln zum Umgang mit Corona-Risiken in Pflegeeinrichtungen: „Wir brauchen verbindliche Vorgaben, dass die Freiheitsrechte der Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch der notwendige Schutz vor dem Virus in angemessener Balance umgesetzt werden.“ Das von der Diakonie betriebene Hanns-Lilje-Heim war wegen eines massiven Corona-Ausbruchs und einer Vielzahl von Todesfällen in die Schlagzeilen geraten.

Aufarbeitung im Dialog mit Gesundheitsämtern und RKI

Es habe ihn sehr erschrocken, wie wenig die Erfahrungen bislang ausgewertet würden, sagte Lilie, der in dieser Woche auf einer Sommerreise Pflegeeinrichtungen in ganz Deutschland besucht hatte, die in besonderem Maß von Covid-19 betroffen waren oder sind. Dafür brauche es einen Dialog mit den Behörden, mit den 400 Gesundheitsämtern, den politischen Institutionen und dem Robert Koch-Institut. Zu erleben sei derzeit eine „Kleinstaaterei“, die dazu führe, dass Gesundheitsämter an unterschiedlichsten Stellen unterschiedlichste Anweisungen gäben.

In dem Wolfsburger Hanns-Lilje-Heim für überwiegend demenzkranke Senioren mit insgesamt 165 Plätzen hatten sich zwischen Mitte März und April die meisten der oft hochbetagten Bewohnerinnen und Bewohner mit dem Erreger angesteckt. Infizierte und nichtinfizierte Bewohner wurden daraufhin nach Etagen voneinander getrennt. Zwischenzeitlich litten 111 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 43 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an einer Corona-Infektion. 45 Bewohnerinnen und Bewohner sind infolge der Infektion im Heim gestorben.


Bundesweit betreibt die Diakonie Deutschland eigenen Angaben zufolge 2.773 vollstationäre Pflegeeinrichtungen, mit 172.000 Plätzen. Dort sind verteilt auf 91.000 Stellen rund 122.708 Mitarbeiter tätig.

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
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