Aufeinander zugehen

Bereits zum zweiten Mal hatten sich Vertreter aus der kirchlichen und diakonischen Arbeit, darunter auch Vertreter aus internationalen Gemeinden, getroffen, um über migrationssensible Kirchenentwicklung zu sprechen. In drei Vorträgen und fünf Workshops gingen die 60 Teilnehmenden der Frage nach, warum es so schwer ist, sich in der „Wohngemeinschaft Gottes“ in interkultureller Offenheit und Lernbereitschaft zu begegnen, und was unternommen werden kann, damit dies dennoch gelingt.

 

Der Künstler und Theologe Johannes Weth skizzierte in seinem Einführungsvortrag, wie das Denken in Differenzkategorien wie „wir“ und „die“ überwunden werden kann. Er machte eine Kirche sichtbar, die die Interkulturalität der Welt mit ihren Spannungen vor Gott bringt und von Gott heilsam nach seinem Bild verwandelt wird. Johannes Weth ist einer der Gründer der interkulturellen Gemeinschaft „Himmelsfels“ in Spangenberg südlich von Kassel.

 

Die beiden Theologie-Professorinnen Andrea Bieler von der Universität Basel und die aus Kanada hinzugeschaltete HyeRan Kim-Cragg haben in die Haltung eines „Kritischen Weißsein“ eingeführt. Sie regten an, sich mit rassistischen Machtstrukturen auch innerhalb von Kirche auseinander zu setzen. Professor Werner Kahl von der Missionsakademie an der Universität Hamburg beschrieb Lernerfahrungen aus mehr als 25 Jahren interkultureller Arbeit. Er zeichnete sechs Phasen landeskirchlicher Positionierungen zu Internationalen Gemeinden nach und benannte die kirchlichen Herausforderungen durch Migration.

 

Die Studientagung wurde von Oberkirchenrat Bendix Balke, Referent für internationale Gemeinden im Kirchenamt der EKD, angestoßen. Gemeinsam mit Christina Schnepel von der Akademie Hofgeismar leitete er die Tagung.

 

In der Abschlussresolution der ersten Tagung vor knapp einem Jahr in Bad Boll heißt es, dass Migrationserfahrungen von Christen Anstoß für die Kirchen seien, ihre „Binnenorientierung und Milieubezogenheit zu überwinden, kirchliche wie gesellschaftliche Ungerechtigkeit anzuprangern und einzuladen zur Begegnung mit Christus, dem Verwundeten, der am Kreuz Gewalt erlebt und mit Liebe antwortet“.

           

Die Ergebnisse der ersten Studientagung 2019 finden sie als Download auf der EKD-Homepage.

Materialien zur Zusammenarbeit mit Migrationsgemeinden sind auf der Seite der Internationalen Gemeinden zusammengestellt.

 

 

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
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