Rast für Radfahrer

Rund 350 evangelische Radwegekirchen gibt es in Deutschland. Sie bieten Besinnung, aber auch Informationen über Sehenswürdigkeiten und selbst Trinkwasser. Wo sie zu finden sind, darüber informiert eine Online-Karte der Evangelischen Kirche Deutschland. Auch die Akademie der Versicherer im Raum der Kirchen (VRK) unterstützt die Radwegekirchen. Ein Gespräch mit Georg Hofmeister, dem Geschäftsführer der Akademie.

EKD: Radfahren boomt. Wie schätzen Sie die Entwicklung des Fahrradtourismus ein?

Georg Hofmeister: Der Radtourismus erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Deutschland entwickelt sich immer mehr zum Radreiseland. Ein weit verzweigtes Radwegenetz von rund 45.000 Kilometern lädt zum Erkunden und aktiv sein ein. Entlang dieser Radwege liegen auch viele Kirchen, die mit ihren oftmals weithin sichtbaren Kirchturmspitzen zur Rast einladen. Dieses Potenzial wird auch zunehmend von Tourismusverbänden entdeckt.

Wie arbeiten Tourismus und Kirche zusammen?

Es gibt einige extra ausgeschilderte Kirchen-Radwege, die zusammen mit dem Tourismus entwickelt wurden. Ein hervorragendes Beispiel ist das Projekt „Kirchen am Eder-Radweg“ der Evangelischen Kirche in Kurhessen-Waldeck, das auch von der VRK-Akademie gefördert wurde. Entlang des Eder-Radwegs laden 14 Kirchen zum Verweilen ein. Alle Kirchen sind mit einem multimedialen Informationssystem ausgestattet, und die Besucherinnen und Besucher können mit einem Fingertippen in die Geschichte der Kirche und des Ortes eintauchen, Andachten und Musikstücken lauschen oder Tipps für die Weiterfahrt erhalten.

Welche Bedeutung haben die Radwegekirchen?

Sie begleiten Menschen auf ihren Wegen als „Kirche bei Gelegenheit“. Sie sind ein niederschwelliges kirchliches Angebot. Vorbeifahrende nehmen die Radwegekirchen als einen Ort der Ruhe und Spiritualität, des Kraft-Schöpfens und Ausruhens in Anspruch.

Unabhängig von geregelten Gottesdienstzeiten, ist es der Kirchenraum und seine besondere Atmosphäre, der Menschen anspricht und verwandeln kann. Zugleich symbolisieren die offenen Kirchentüren eine öffentliche Kirche, die in die Zivilgesellschaft hineinwirken und mitten im Leben der Menschen präsent sein will.

Was muss eine Kirche bieten, damit sie das Signet für eine Radwegekirche erhält?

Das Signet wird seit 2009 von der EKD verliehen und zeigt dem Radfahrer an, dass es sich um eine verlässlich geöffnete Kirche handelt. Eine gastfreundliche Gestaltung, geistliche Textimpulse, aber auch Informationen zur Ortsgemeinde und Sehenswürdigkeiten der Region sind einige Kennzeichen einer Radwegekirche.

Weitere Informationen über Lage und Angebote der Radwegekirchen finden Sie auf der Webseite Radwegekirchen in Deutschland und der Schweiz .

 

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
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