Seelsorge online und im Park

Die Seelsorge ist neben der Verkündigung zentraler Teil des Pfarrberufs. Seliger sagt, sie ist sogar der „Auftrag der Stunde“. Die seelsorgerliche Arbeit werde von vielen nicht auf Anhieb wahrgenommen, weil sie nicht so greifbar sei wie ein Gottesdienst. Das Bedürfnis ist bei vielen zur Zeit aber groß, ihren Kummer und ihre Sorgen zu teilen.

Seelsorgegespräche beim Spaziergang mit dem Hund

Für Pfarrer Lars Schütt zählen nicht nur die Einzelgespräche zu seiner Arbeit als Seelsorger. Er findet, dass auch eine Predigt seelsorgerlich sein kann, wenn sie zum Beispiel tröstet oder ermutigt. Schütt arbeitet als Pfarrer in einer Düsseldorfer Gemeinde in der Innenstadt. Schon vor der Corona-Krise hat er Seelsorgegespräche beim Spaziergang gemeinsam mit seinem Hund Hoffmann im Düsseldorfer Volkspark angeboten. Die kann er auch nach wie vor machen, wenn auch mit ein einhalb Meter Abstand zwischen ihm und seinem Gesprächspartner. Und nur noch vormittags, denn nachmittags werde es zu voll im Volksgarten, erzählt er.

Bei Schütt landen eher selten Senioren, sondern vor allem Leute, die gut zu Fuß sind, erzählt er. Er hat festgestellt, dass sich in letzter Zeit häufiger Menschen bei ihm gemeldet haben, die eigentlich nur jemanden zum Reden brauchen, die merken, dass ihnen das Alleinsein zu viel oder denen es zu Hause zu eng wird. „Diese Menschen suchen Gesellschaft, ihnen ist mehr nach Plaudern, als nach einem ernsten Seelsorgegespräch“, sagt Schütt und das sei auch in Ordnung.

Der Vorteil bei Gesprächen von Angesicht zu Angesicht ist, dass man kleinste Regungen des Gegenübers wahrnehmen kann. Nonverbale und visuelle Kommunikation helfen Seelsorgern wie Schütt und Seliger normalerweise die Stimmung ihres Gegenübers zu erkennen – auch dann, wenn sich manches nicht in Worte fassen lässt. „In Telefongesprächen habe ich weniger Sinne zu Verfügung“, sagt Seliger. Deshalb hat er sich angewöhnt, am Telefon nicht nur auf die Worte zu hören, sondern genauer in die Leitung zu lauschen – auf Nebengeräusche, den Atem oder auch einen kleinen Seufzer.

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
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