Ausgehen

Irgendwo in den ungezählten Tweets, Facebook-Eintragungen und Mails habe ich den spöttischen Hinweis gelesen, dass in diesen Corona-Tagen vermutlich die Hunde in den Städten mit Abstand die meiste frische Luft bekämen. Denn es fänden sich derzeit so viele Hundebesitzer, die einen Grund suchten, um auch mal rauszugehen, dass die Hunde abends vermutlich wie die meisten von uns erschöpft in ihre Körbchen sänken, weil sie den ganzen Tag draußen rumlaufen mussten.

Man kann darüber natürlich auch spotten, aber im Kern gefällt mir dieser Einfallsreichtum sehr gut, weil er kreativ ist und dennoch niemanden zusätzlich gefährdet. Und solche Ideen brauchen wir doch in Hülle und Fülle, sei es in der analogen oder in der digitalen Welt. Zur Sportschauzeit kommentiert ein bekannter Sportmoderator eine (fast) leere Straßenszene aus seinem Fenster heraus wie ein Fußballspiel, mit gelben und roten Karten, Abseitspfiffen und Eckstößen. Herrlich, man hat wirklich Spaß daran.

Und in der analogen Welt ist es dieser wunderbare Applaus, der durch die Straßen klingt und allen gilt, die das Gesundheitssystem am Leben erhalten. Ich gestehe, dass ich diesen Einfallsreichtum der Leichtigkeit auch sehr genieße, weil er manches Schmunzeln und manche Entspannung in mein Herz zaubert, und dies auch ein Einspruch ist gegen die Übermacht der Sorgen in dieser mit schweren Nachrichten und furchtbaren Zahlen gefüllten Zeit.

Ob das auch mit Gott und Gottes kreativem Geist zu tun hat? Die einen sagen so; die anderen sagen so.
Dank sei Dir, Ewiger! Bleiben Sie behütet an Leib und Seele.

Thies Gundlach
 

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
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