Gloria Gottesdienst aus der Martinskirche Großbottwar

David und Batseba – Mit dieser Geschichte vom Scheitern, Umdenken, von der Umkehr und Buße befasst sich Pfarrer Dr. Friedemann Kuttler. Er stellt im Gloria Gottesdienst die Frage: „Was ist Buße? Brauchen wir Buße auch heute noch?“

Davids Ehebruch mit Batseba und Gottes Beurteilung

(2. Buch Samuel, Kapitel 11 und 12 in Auszügen)

1 Im folgenden Frühjahr, um die Zeit, wenn die Könige in den Krieg ziehen, schickte David Joab mit seinen Kriegsleuten und dazu das ganze Heer Israels von neuem in den Kampf. Sie setzten den Ammonitern schwer zu und belagerten ihre Hauptstadt Rabba. David selbst blieb in Jerusalem.

2 An einem Spätnachmittag erhob sich David von der Mittagsruhe und ging auf dem flachen Dach des Königspalastes auf und ab. Da sah er im Hof des Nachbarhauses eine Frau, die gerade badete. Sie war sehr schön.

3 David ließ einen Diener kommen und erkundigte sich, wer sie sei. Man sagte ihm: »Das ist doch Batseba, die Tochter Ammiëls und Frau des Hetiters Urija.« 4 David schickte Boten hin und ließ sie holen. Sie kam zu ihm und er schlief mit ihr. Sie hatte gerade die Reinigung nach ihrer monatlichen Blutung vorgenommen. Danach kehrte sie wieder in ihr Haus zurück. 5 Die Frau wurde schwanger und ließ David ausrichten: »Ich bin schwanger geworden!« […]

14 David schrieb einen Brief an den Befehlshaber Joab und ließ ihn durch Urija überbringen.

15 Darin stand: »Stellt Urija in die vorderste Linie, wo der Kampf am härtesten ist! Dann zieht euch plötzlich von ihm zurück, sodass er erschlagen wird und den Tod findet.« 16 Joab wusste, wo die Gegner ihre tapfersten Kämpfer hatten. Als nun die Israeliten die Stadt weiter belagerten, stellte er Urija genau an diese Stelle. 17 Einmal machten dort die Belagerten einen Ausfall und lieferten Joab ein Gefecht, bei dem einige von Davids Leuten fielen. Auch Urija fand dabei den Tod. […] 26 Als die Frau Urijas hörte, dass ihr Mann gefallen war, hielt sie für ihn die Totenklage. 27 Nach Ablauf der Trauerzeit holte David sie zu sich in seinen Palast und heiratete sie. Sie gebar ihm einen Sohn. Doch dem Herrn missfiel, was David getan hatte. […]

1 Deshalb sandte der Herr den Propheten Natan zu David. Natan ging zum König und sagte: […]

9 Du hast den Hetiter Urija auf dem Gewissen, durch das Schwert der Ammoniter hast du ihn umbringen lassen und dann hast du dir seine Frau genommen. 10 Genauso wird nun das Schwert sich in aller Zukunft in deiner Familie Opfer suchen, weil du mich missachtet und die Frau des Hetiters zu deiner Frau gemacht hast.‹« 11 Und auch das sagte Natan noch: »So spricht der Herr: ›Aus deiner eigenen Familie lasse ich Unglück über dich kommen. Du wirst mit ansehen müssen, wie ich dir deine Frauen wegnehme und sie einem anderen gebe, der am helllichten Tag mit ihnen schlafen wird. 12 Was du heimlich getan hast, will ich im Licht des Tages geschehen lassen und ganz Israel wird es sehen.‹«

13 David sagte zu Natan: »Ich bekenne mich schuldig vor dem Herrn!« Natan erwiderte: »Auch wenn der Herr über deine Schuld hinwegsieht und du nicht sterben musst – 14 der Sohn, den dir Batseba geboren hat, muss sterben, weil du mit deiner Untat den Herrn verhöhnt hast!« 15 Dann ging Natan nach Hause.

Martinskirche Großbottwar

Die Martinskirche ist seit jeher eines der Wahrzeichen Großbottwars. Von ihren hölzernen Vorgängern ist nichts mehr vorhanden, von der mittelalterlichen Bausubstanz zeugt nur noch der Turm. 1270 war die „Chorturmkirche“ (Schiffbreite = Turmbreite) erbaut worden. 1495 erfolgte ein größerer Umbau, wobei der als Achteck geformte Turmabschluss und die Verlängerung und Verbreiterung des Schiffs für den heutigen Eindruck verantwortlich sind. 1791/92 wurden noch einmal umfangreiche Arbeiten durchgeführt, die aber die Masse nicht veränderten.

Pfarrer Dr. Friedemann Kuttler

studierte Theologie und Jura. Er ist Vorsitzender des Gesprächskreis Lebendige Gemeinde und Mitglied der EKD Synode.