„Der Glaube muss jetzt mehr aushalten als in Friedenszeiten“

Ich denke an eine ältere Christin, die in den Trümmern ihres Hauses lebt, weil sie ihr Zuhause nicht verlassen will. Sie hat Steine zu einem Tisch aufgeschichtet, ihr Kopfkissen besteht aus Steinen. Sie sammelt Nahrungsmittel und kocht für Bedürftige.

Was bedeutet der Glauben für die Christen?

Haroutune Selimian: Der Glaube muss jetzt mehr aushalten als in Friedenszeiten. Er wird auf eine harte Probe gestellt, denn jetzt kommt es darauf an, geduldig zu sein, Vertrauen zu haben und auf fremde Menschen zuzugehen, von denen man nicht weiß, ob sie vorher Terroristen waren.

Wir glauben, dass wir die Not nicht überstehen, wenn wir uns allein aufs Überleben konzentrieren. Wir müssen uns auf das Versprechen Gottes konzentrieren.

Vor welchen Herausforderungen steht die evangelische Gemeinde in Aleppo?

Haroutune Selimian: Wir versuchen weiter zu helfen. Wir bauen unsere Schulen wieder auf, in denen Christen und Muslime gemeinsam lernen. Wir ermöglichen jungen Menschen eine berufliche Ausbildung. 300 Handwerksbetriebe sind so entstanden. Wir haben mitten in unserer Kirche eine Poliklinik aufgebaut, in der Christen und Muslime gleichermaßen behandelt werden. Denn predigen allein reicht nicht. Wir setzen das, was wir glauben, in die Tat um.

Interview: Sven Kriszio


Pfarrer Haroutune Selimian ist aktuell zu Besuch in Deutschland. Begleitet vom Generalsekretär des Gustav-Adolf-Werks tritt er bei verschiedenen Veranstaltungen auf, um über das Leben mit dem Krieg und die Arbeit der evangelisch-armenischen Gemeinde in Aleppo zu erzählen.

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
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