Das Scheitern der Weltklimakonferenz in Madrid: Gibt es neue Wege?

Eigentlich ist schon alles gesagt. Die Enttäuschung über das fast komplette Scheitern der CPO 25 in Madrid ist kundgetan, das Versagen der internationalen Politik in das Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Es fällt ja auch leicht, die vordergründig Schuldigen zu identifizieren: USA, Brasilien, Australien haben immer wieder in den beiden Konferenzwochen Weichenstellungen blockiert, die auf einen Weg geführt hätten, die Beschlüsse von Paris, die vier Jahre davor verabschiedet wurden, wirklich ernst zu nehmen. So war die Konferenz im Grunde ein Debakel, das die Botschaft der mittlerweile vielfältigen „for-future“-Bewegung in nahezu unheimlicher Weise bestätigt hat. Was kann jetzt getan werden?

So schwer das auch zu vermitteln ist: Der Verhandlungsprozess muss im Rahmen der Möglichkeiten der internationalen COP-Konferenzen fortgesetzt werden. Die eigentlich wichtigen Beschlüsse werden erst in Glasgow im nächsten Jahr, auf der COP 26, gefällt. Die EU und Deutschland sollten in der Zwischenzeit nicht nachlassen, eigene Wege zu einer deutlichen Reduktion der Emission von Treibhausgasen zu gehen. Schon aus dem „Stearn-Report“ des Jahres 2006 zur Ökonomie des Klimawandels konnte man lernen, dass es sehr viel teurer wird, wenn man Investitionen in die Vermeidung und die  Anpassung an den Klimawandel zu spät beginnt. Wohlgemerkt, das war die Erkenntnis 2006. Wenn man 2050 klimaneutral sein will, kann man nicht im Dezember 2049 mit den dafür notwendigen Umstellungen anfangen.

Wenn ein Land schärfere Bestimmungen verabschiedet, wird immer der Verdacht geäußert, dass sich die Bedingungen im internationalen Wettbewerb verschlechtern und die Emissionen dann in Länder mit geringeren Auflagen verlagert würden. Vielleicht müsste jetzt neu darüber nachgedacht werden, wie diesem entscheidenden Problem begegnet werden kann; wenn der „CO2-Fußabdruck“ in Importprodukten gemessen werden kann, wäre eine CO2-Abgabe auf diese Produkte möglich mit dem Ziel, das Geld anschließend in CO2-Kompensation zu investieren. Dass Freihandel bei Treibhausgasen seine Grenzen findet, könnte zu einer Selbstverständlichkeit werden, die die Marktwirtschaft nicht außer Kraft setzt. Im Gegenteil: Der Zertifikatehandel könnte so sehr sinnvoll ergänzt werden.

Nicht nachlassen in den eigenen Bemühungen – das könnte auch zu einer Orientierung für die Kirchen werden. Fast alle evangelischen Landeskirchen haben mittlerweile Klimaschutzkonzepte und arbeiten an ihrer Umsetzung. Die Bewirtschaftung der Immobilien, die eigene Fortbewegung und die Beschaffung auf Zukunftsgerechtigkeit umzustellen, ist manchmal nicht ganz einfach. Aber wer bei der Bewahrung der Schöpfung ein wenig mithelfen möchte, ist eingeladen, sich intensiv an diesem Prozess mit anderen zu beteiligen.

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
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