Podcast – Friedensort Dresdner Frauenkirche

FriedensPerspektiven: Die Dresdner Frauenkirche gilt als eine der schönsten Kirchen Deutschlands. Sie hat eine berührende Geschichte – und ist ein steinernes Symbol für Frieden und Versöhnung.

Glockengeläut Frauenkirche

Dass die Glocken der Dresdner Frauenkirche jemals wieder läuten – das hätten nur wenige gedacht. Im Februar 1945 war sie im Bombenhagel der Alliierten zerstört worden. Jahrzehntelang waren die Ruinen und der Trümmerberg ein Mahnmal für den Frieden. DDR-Friedensgruppen und Bürgerrechtsgruppen trafen sich hier zum stillen Gedenken. 
Nach der Friedlichen Revolution war klar: Die Frauenkirche sollte wiederaufgebaut werden. 
Die langjährige Dresdner Friedensreferentin Annemarie Müller erinnert sich: 

Annemarie Müller
Die Frauenkirche ist ein Ort, mit dem ich immer in Spannung lebe, das gebe ich ehrlich zu. Sie ist aufgebaut – ich hätte gerne die Ruine erhalten, weil wir eben mit dem Wiederaufbau so viel Erinnerungen aufgeben. Ich hätte mir gewünscht, dass man ähnlich wie in Coventry die Ruine modern integriert. Aber die Mehrheit hat sich dagegen entschieden, damit kann ich auch leben. Die Frauenkirche ist sicherlich – weil sie aus Spenden aus der ganzen Welt entstanden ist – ein Ort, der viel von Frieden und Versöhnung haben soll und hat.

Sprecher
Berührende Geschichten sind zu erzählen über die Spendenbereitschaft der Menschen aus aller Welt. Zum Beispiel über das sieben Meter hohe vergoldete Kreuz auf dem Dach der Kuppel. Es wurde gefertigt von dem Sohn eines der britischen Piloten, die Dresden bombardiert hatten. Finanziert haben es 2000 britische Spender.

Eine weitere Spendengeschichte verbirgt sich in einer der steinernen Flammenvasen auf den Türmen der Kirche. Sie ist ein Geschenk der polnischen Kleinstadt Gostyn – einem der ersten Orte, die im Zweiten Weltkrieg von den Nazis überfallen wurden. 

Annemarie Müller
Dort hat sich eine Widerstandsgruppe gebildet von jungen Männern und Frauen. Die sind dann irgendwann verraten worden und sind hier in Dresden vom Gericht zum Tode verurteilt worden. Und nur die, die minderjährig waren, haben überlebt. Und einer dieser Überlebenden hat, als die Frauenkirche aufgebaut worden ist, um Spenden gebeten und mit diesen Spenden wurde diese Steinvase für die Frauenkirche gesammelt und konnte entstehen. Das ist für mich etwas ganz Beeindruckendes: Dass Polen, die durch Deutsche so viel Leid erfahren haben und deren Freunde hier ermordet worden sind, weil sie sich dem Widerstand angeschlossen haben, – dass die versöhnen und sagen: Wir wollen keine Rache,  sondern uns ist wichtig, dass wir die Hand ausstrecken und zur Versöhnung einladen. Deswegen ist das für mich ein ganz wichtiger Ort.

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
Bitte lesen Sie den ganzen Text auf der Originalseite des Feeds – zur Quelle

Schreibe einen Kommentar