FriedensBibel – Suche Frieden und jage ihm nach! (Psalm 34,15)

Wie kann die Kirche die Aufforderung der Jahreslosung erfüllen und dem Frieden „nachjagen“? Darüber denkt Synodenpräses Irmgard Schwaetzer nach. Gesprochen von Antje Martina Ernst.

„Suche Frieden“: Diese Mahnung ist bitter nötig in einer Welt, in der uns so viel Unfrieden Sorge bereitet. An so vielen Orten stehen Menschen einander feindlich gegenüber mit Waffen, mit Hassreden und Vorurteilen – in einer Mischung aus Wut, Verunsicherung und Angst, aus der Menschenverachtung wird.

„Suche Frieden“. – Wo finden wir Orte des Friedens und wie können wir solche Orte selber schaffen? Kirchen sind Orte des Friedens: Viele Gemeinden gewähren Menschen Kirchenasyl, einen Schutzraum, praktische Alltagshilfe und persönliche Begleitung bei ihrer Suche nach einem sicheren Ort zum Leben. In diesen Tagen erinnern sich viele von uns an die Friedensgebete, zu denen vor 30 Jahren tausende Menschen in die Kirchen strömten und Kerzen anzündeten für Frieden und Freiheit. Die frohe Botschaft von Gottes Frieden kann die Welt verändern.

Die Synode der EKD, die in einer Woche in Dresden zusammenkommen wird, steht unter dem Titel: „Auf dem Weg zu einer Kirche der Gerechtigkeit und des Friedens“. 
Wie wird eine Kirche aussehen, die Gerechtigkeit und Frieden konsequenter Raum gibt? Diese Frage stellt sich in zwei Richtungen. Zunächst nach innen: Werden wir bei uns selbst – in unseren Gemeinden, in unserem persönlichen Lebensstil – dem Auftrag gerecht, Friedensstifter und Friedensstifterinnen zu sein? Wo sind selbstkritische und klare Worte notwendig? Wo treten wir ein gegen Antisemitismus, wo gegen Mobbing? 
Und dann geht der Blick in die Welt, in der wir Verantwortung für die Menschen in Kriegen und Krisen tragen, vor der wir uns nicht wegducken können. 

Um uns den aktuellen Herausforderungen zu stellen, brauchen wir eine lebendige und kontroverse friedensethische Debatte. Wir brauchen die Auseinandersetzung zwischen Pazifisten und denjenigen, die für eine militärische Komponente in Form einer „rechtserhaltenden Gewalt“ eintreten. Wir brauchen die Spannung zwischen der prophetischen Stimme des Friedens und der politischen Anschlussfähigkeit dessen, was wir sagen. Wenn es gut läuft, kann eine solche lebhafte Debatte auf der Synode innerhalb unserer Kirche auch ein Beispiel sein für die gesellschaftlichen Debatten um Zusammenhalt und Frieden in unserer Gesellschaft. 
 

Irmgard Schwaetzer, Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
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