Kurschus: Den Weg des Dialogs mit dem Judentum weitergehen

Mit Blick auf wachsenden Antisemitismus und den Anschlag auf die Synagoge in Halle bezeichnete Kurschus den Koordinierungsrat als unverzichtbar, er werde in Zukunft womöglich nötiger gebraucht denn je: „im Kampf gegen Hass und Judenfeindschaft ebenso wie im Eintreten für Versöhnung und Verständigung“. Rechtspopulistische Stimmen und judenfeindliche Ressentiments fänden nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch in der Kirche wieder Resonanz und Gehör, beklagte die Theologin laut Redetext. „Jüdische Menschen werden auf offener Straße tätlich angegriffen und bespuckt und trauen sich kaum mehr, öffentlich als Jüdinnen und Juden sichtbar und erkennbar zu sein.“

70-jährige „Heilungsgeschichte“

Die evangelische Kirche wolle den Weg des Dialogs und der Verbundenheit mit dem Judentum weitergehen, betonte Kurschus, die auch Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen ist. Sie teilte mit, dass die schon länger angekündigte kirchliche Stiftungsprofessur zum christlich-jüdischen Dialog nun besetzt sei: Vor wenigen Tagen habe eine junge jüdische Wissenschaftlerin den Ruf auf die Professur an der Berliner Humboldt-Universität angenommen. Die Einrichtung ist ein Ergebnis der Beschäftigung der Protestanten mit Antisemitismus im Zuge der Reformation vor 500 Jahren.

Der 1949 gegründete Koordinierungsrat vertritt als bundesweiter Dachverband über 80 lokale und regionale Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit mit etwa 20.000 Mitgliedern, Freunden und Förderern. An der Basis werde „echte Gemeinschaft im Alltag gelebt zwischen jüdischen Menschen und evangelischen und katholischen Christinnen und Christen“, sagte Kurschus. Nach der Katastrophe der Schoah sei durch Begegnung und Dialog eine inzwischen 70-jährige „Heilungsgeschichte“ entstanden.

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
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