Turmuhr am Hamburger Michel: 24 Meter pro Stunde

Die Michel-Uhr stammt aus Straßburg im Elsaß, aus der Werkstatt des Uhrmachers Alfred Ungerer, Großvater des Cartoonisten und Karikaturisten Tomi Ungerer – und von Straßburg aus ist der Schwarzwald nicht sonderlich weit entfernt. 1911 wurde die Uhr in Betrieb genommen. Das riesige Uhrwerk im 8. Turmboden erwies sich als ein Publikumsmagnet: Alle 30 Sekunden setzte sich damals das schnurrende Räderwerk in Bewegung, um die Uhrzeiger 20 Zentimeter vorrücken zu lassen.
Zeitumstellung per Funk

1964 allerdings wurde das Uhrwerk von einem kleinen, unscheinbaren Elektrowerk abgelöst, weiß die Michel-Chronik. Und seit 1994 wird der genaue Gang der Uhr per Funk gesteuert. Auch für die Zeitumstellung am nächsten Sonntag muss Küster Rainer Rudke nicht eigens auf den Turm steigen: Die elektronische Quarzuhr empfängt die Signale des amtlichen Zeitzeichensenders DCF-77 – alles Weitere passiert vollautomatisch.

Maschinenbaukunst vom Beginn des 20. Jahrhunderts

Das stillgelegte Uhrwerk ist allerdings keinesfalls verschwunden: Sein Erhalt sei vielmehr „wünschenswert“, urteilte das Hamburger Denkmalschutzamt bereits 1994 weise und rechtzeitig. Es handele sich um „ein hochinteressantes Beispiel der Maschinenbaukunst vom Beginn des 20. Jahrhunderts“. Der Verein „Michaelitica“ an der Hauptkirche St. Michaelis ließ das Uhrwerk 1996 fachgerecht restaurieren und wieder in Gang setzen. Seitdem läuft es wieder als faszinierendes Schauobjekt auf dem 8. Turmboden, aber ohne Verbindung zu den Zeigern draußen am Turm.

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
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