„Christentum ist etwas Internationales“

Seit den frühen 2000er Jahren besteht diese Partnerschaft, allerdings zuerst nur als Erwachsenenbegegnung. 2007 gab es auf Initiative unseres damaligen Jugendpfarrers Karsten Schaller zum ersten Mal eine Jugendbegegnung im Land dort und 2008 eine Rückbegegnung hier in Deutschland. Und seitdem entwickelt sich das Projekt immer weiter.

Sie sind bereits seit vielen Jahren beteiligt: Was gefällt Ihnen an den Begegnungen besonders?

Horn: Allgemein gefällt mir, dass sie mir ein Bewusstsein dafür gegeben haben, dass Christentum etwas Internationales ist und sich nicht irgendwie auf Europa oder Deutschland beschränkt. Speziell an unseren Palästina-Begegnungen gefällt mir, dass ich dadurch einen direkten Einblick in den Nahost-Konflikt bekomme. Der Konflikt ist wichtig als Hintergrund für die Jugendbegegnung, aber wir reden auch nicht jeden Tag darüber.

Ich erlebe, dass ich in den Medien ein anderes Bild vermittelt bekomme. Es gibt hier sowohl sehr viel pro-palästinensische Berichterstattung als auch pro-israelische Berichterstattung. Da ist es sehr wertvoll, von unseren Partner*innen, die vor Ort leben, zu hören, was Sache ist – auch wenn die natürlich nur von den Ausschnitten berichten können, die ihre Lebenswirklichkeit betreffen.

Ich war jetzt schon mehrfach im Heiligen Land, und das ist jedes Mal ein bisschen anders. Zuerst ist es mal ein wahnsinnig schönes Land, also die Landschaft an sich hat einfach eine besondere Wirkung. Dann sind die Gesellschaften auf israelischer und palästinensischer Seite sehr vielfältig – das ist sehr eindrucksvoll, dem zu begegnen. Zuletzt bleibt immer als Eindruck hängen, dass man den Konflikt im Land sehr stark wahrnimmt: Wenn sich die Mauer durch die Landschaft zieht, auf den Hügeln die Siedlungen zu sehen sind und man immer wieder auf Militär-Basen stößt. Es gibt einfach eine große Soldaten-Präsenz.

Was ist der Unterschied zwischen Ihrer Jugendbegegnung und einer „normalen“ Studienreise?

Horn: Das ist ganz klar der Kontakt, den wir zu den Leuten haben. Innerhalb dieser fast zwei Wochen lernt man sich schon ganz gut kennen und viele Teilnehmer*innen sind mehrere Jahre hintereinander dabei. Wir machen auch immer einen Familien-Tag, also die Jugendlichen sind mindestens eine Nacht in den Gastfamilien. Da wird der Kontakt einfach sehr stark – das könnte man bei einer Studienreise, wo man doch eher oberflächlich auf das Land schaut, nie erreichen.

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
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