Ein Kolumbarium in der Kirche

Der Kubus mit dem Altar bleibt erhalten. Er soll in das Kolumbarium integriert werden. Einerseits, so Ihlenfeldt, diene der Kubus als einer von mehreren Fixpunkten einer Sichtachse, die dem Raum die Schwere nehmen soll. Andererseits ist vorgesehen, den Altarraum auch für Trauerfeiern oder -andachten zu nutzen. Denn: Mit nur wenigen Handgriffen lässt sich der Kubus zum werdenden Kolumbarium hin öffnen. „Da entsteht ein ganz besonderer Raum“, findet die Pastorin, und demonstriert, wie es geht: Zwei Hebel nach oben schieben und die beiden Flügel einfach wie ein Tor zur Seite schieben.

Der Tod „mittendrin“

Dass Ihlenfeldt das Bremerhavener Projekt betreuen darf, ist für sie nicht nur wegen des Umbaus etwas Besonderes. Für die Geistliche steht auch die Frage dahinter: „Wo bleiben wir eigentlich mit unseren Toten?“ Doch die Bestattungsform sei es nicht allein. Vielmehr müssten sich die Menschen beziehungsweise Angehörigen bewusst werden, dass neben der Trauer auch die Liebe und die Wut über den Tod dazu gehörten. „Man kann insbesondere die Trauer nicht wegdrücken“, findet Ihlenfeldt.

Mit dem Kolumbarium sei der Tod „mittendrin“, meint Ihlenfeldt. Denn: Nebenan gibt es nach dem Umbau neue Gemeinderäume, in denen sich die Mitglieder des Seniorenkreises und der Chor der Gemeinde treffen. Doch bis es soweit ist, wird noch einige Zeit vergehen. Die Gemeinderäume sind nach Einschätzung der Pastorin Ende des Jahres fertig. Für das Kolumbarium kann sie noch keinen Zeitpunkt nennen.

Ulf Buschmann (für evangelisch.de)


Ein Kolumbarium ist ein Friedhof mit Urnenfächern oberhalb der Erde. Der Begriff kommt aus dem Lateinischen und heißt Taubenschlag. Die Römer haben die Asche ihrer Verstorbenen in Urnenkammern bestattet. Diese erinnerten in ihrer Anordnung an Taubenschläge. Das Kolumbarium ist eine Bestattungsform, die zunehmend mehr Menschen interessiert. Denn sie ermöglicht einen schönen Ort für die Trauer. Zudem muss das Grab nicht gepflegt werden. Und: Auch bei schlechtem Wetter haben die Menschen ein Dach über dem Kopf. Für eine einfache Urnenkammer berechnet die Gemeinde in Bremerhaven 2.500 Euro. Der Preis für eine Doppelkammer beträgt 4.500 Euro. Die Verstorbenen werden dort für 25 Jahre bestattet. Danach wird die Aschekapsel der Urne auf dem Geestemünder Friedhof beigesetzt.

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
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