Ökumenisches Gedenken an das Martyrium des lutherischen Bischofs Bursche

Schmähungen und Bedrängnis bis in den Tod

July unterstrich in seiner Predigt die Bedeutung von Glaubenszeugen auch für evangelische Christen. Die Reformation habe zwar Missstände der Heiligenverehrung entschieden kritisiert, aber nie das Wirken der Personen infragegestellt. „Wir erkennen im Rückblick an, dass es zu allen Zeiten, auch im 20. und 21. Jahrhundert, Gerechte gab und gibt, die aus dem Glauben nach Gottes Willen leben, Schmähungen und Bedrängnis bis in den Tod auf sich nehmen“, sagte der Bischof laut Predigtmanuskript. Angesichts der Mitschuld von Christen an den NS-Verbrechen seien die deutschen Lutheraner dankbar für Versöhnung und völkerverbindende Ökumene, die es heute über frühere Grenzen hinweg gebe.

Der Leitende Bischof der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Jerzy Samiec, erinnerte daran, dass Juliusz Bursche in Haft hilflos die Liquidierung der polnischen lutherischen Kirche habe mit ansehen müssen. „Er war gefangen, und das Nazi-Deutschland feierte seinen Sieg.“ Nach dem Zweiten Weltkrieg sei die lutherische Kirche in Polen aber wiedergeboren worden.

Bursche hat ein „Evangelium ohne Grenzen verkündet“

Cesare Zucconi, Generalsekretär der katholischen Gemeinschaft SantEgidio, sagte, Bursche sei getötet worden, weil er ein „Evangelium ohne Grenzen verkündet hat und weil er die nationalistische Logik nicht akzeptieren wollte“. Dies sei eine bedeutende Botschaft auch in der heutigen Zeit mit wiedererstehenden Nationalismen.

Familienangehörige des NS-Opfers und der Leitende Bischof der polnischen Kirche übergaben bei der Feier der Gemeinschaft SantEgidio einen Brief, den Bursche aus dem KZ Sachsenhausen geschrieben hatte. Die Gemeinschaft gedenkt in der Basilica di San Bartolomeo der Märtyrer des 20. und 21. Jahrhunderts.

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
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