Die Botschaft von Schuld und Vergebung weitertragen durch die Generationen

„Offen und aufrichtig bekennen wir uns zu dieser Geschichte und zu der Verantwortung, die uns daraus zuwächst: für die Versöhnung mit unseren polnischen Nachbarn und den Frieden in Europa“, sagt die westfälische Präses, die bei der EKD Beauftragte für die deutsch-polnischen Beziehungen ist. Wichtig sei ein gemeinsames Erinnern von Deutschen und Polen. Sie würdigt zugleich „Schritte der Versöhnung, die wir aufeinander zu und gemeinsam mit unseren polnischen Nachbarn gehen durften“.

Mit Hoffnung in die Zukunft blicken

Auch der polnische Bischof Samiec erklärt, dass neben der Erinnerung ein Blick auf das Engagement zur Versöhnung gerichtet werden müsse. Zusammenarbeit, gegenseitiges Lernen und Freundschaften zwischen den jungen Generationen beider Länder „ermöglicht es uns, mit Hoffnung in die Zukunft zu blicken und ein gemeinsames Bauen des künftigen Europas zu erwarten“.

Der Friedens- und Gedenkgottesdienst von EKD und dem Polnischen Ökumenischen Rat lässt auch Menschen zu Wort kommen, die für das Leid, aber auch für Vergebung und Versöhnung stehen. „In meinem Unterbewusstsein kann ich immer noch ihre Schreie hören“, erzählt Stanislaw Zalewski, der in KZ-Jacke und -Mütze in der Kirche steht. Als Gefangener im KZ Auschwitz-Birkenau musste er zusehen, wie Frauen des Lagers auf Lastwagen geschoben und zum Krematorium gefahren wurden, wo sie vergast wurden.

Aus einer anderen Perspektive erzählt der 81-jährige Theologe Hans-Henning Neß, wie seine Familie aus dem Kreis Breslau im Jahr 1946 vertrieben wurde. Der heute in Göttingen lebende Theologe engagiert sich in zahlreichen deutsch-polnischen Initiativen, wie der „Gemeinschaft evangelischer Schlesier“. Aus der Erfahrung der Vertreibung wuchs sein Engagement, Kontakte zu den Menschen in den ehemaligen Ostgebieten zu knüpfen und sich für ein friedliches Zusammenleben der Menschen einzusetzen, wie er berichtet.

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
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