Erinnerung an den Beginn des 2. Weltkriegs

Leitender Bischof der VELKD: „Dieser Krieg mahnt die europäische Politik bis heute“

Mit dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg. Zum 80. Jahrestag sagt der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Ralf Meister (Hannover):

„Am 1. September gedenken wir des Beginns des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren. Mehr als 60 Millionen Menschen starben, unzählige Menschen wurden an Leib und Seele verwundet. Dieser Krieg war ein Angriffskrieg aus Deutschland. So bleibt die Geschichte unseres Landes bis heute besonders verbunden mit den Ursachen, die zu diesem globalen Gewaltakt geführt haben: Ein aggressiver, expansiver Nationalismus, eine brutale Diktatur mit systematischer Unterdrückung der Freiheitsrechte, eine massive Verrohung der Sprache und die Entwürdigung, Diskriminierung und Ermordung von sechs Millionen Menschen, Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma und zahlreichen Widerständlern.

Dieser Krieg mahnt die europäische Politik bis heute. Er fordert einen starken gemeinschaftlichen Einsatz für Humanität, Gerechtigkeit und Frieden. Christinnen und Christen haben einen klaren Auftrag: Weil wir aus dem Licht der Liebe Gottes und seinem Frieden leben, setzen wir uns für Versöhnung und Frieden ein. Wir bekennen unsere Schuld und übernehmen Verantwortung für einen Frieden, der über politische und militärische Vorstellungen hinausweist. Ein Frieden, der im biblischen Sinne des ‚Schalom‘ die Bewahrung der Schöpfung und eine gerechte Verteilung der Lebensressourcen für alle Menschen umfasst.“

Für die Gottesdienste am 1. September schickt Landesbischof Meister ein Fürbittengebet an die Kirchengemeinden (s. unten und unter www.velkd.de/gottesdienst/Gebet-aus-aktuellem-Anlass.php). Die Evangelische Friedensarbeit hat einen Aufruf zum Gedenktag an den Beginn des Zweiten Weltkriegs veröffentlicht unter www.evangelische-friedensarbeit.de.

Hannover, 28. August 2019

Pressestelle der VELKD
Henrike Müller

Friedensgebet zum 1. September 2019

Gott,
Jahre ist der Krieg her, den unser Land zu verantworten hatte.
Lebendig ist er immer noch, in den Köpfen und Herzen vieler Menschen.
In Erinnerungen. Erzählungen.
Es bleibt erschreckend, sich bewusst zu machen, zu was der Mensch fähig ist.
Die diese Gräueltaten miterlebt haben, werden weniger.
Ihre Schicksale mahnen uns weiter.
Halte in deiner Hand,
die jetzt noch unter ihren Erinnerungen leiden,
die Verletzungen und Verluste in sich und an sich tragen.

Noch immer nehmen Kriege kein Ende.
Noch immer sind Menschen auf der Flucht.
Vor Systemen. Vor Gewalt. Um zu überleben.
Halte in deiner Hand,
die voller Ungewissheit und Angst auf eine Zukunft hoffen,
die sich sehnen nach Frieden und Freiheit.

Für die, die sich für friedvolle Begegnungen und die Verständigung zwischen den Völkern einsetzen,
die um politische Lösungen ringen,
die Frieden auch im Kleinen suchen,
bitten wir dich
um Kraft und Ausdauer,
um Ideen für Ihre Arbeit
und Lust, sie zu gestalten.

….

Vater unser im Himmel …

Amen.

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Presse ( http://www.ekd.de/rss/presse.xml)
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