Wenn der Chatbot die Geheimnisse der Kirche verrät

Aus Schülersicht findet Franca diese moderne Umsetzung des Unterrichtsthemas Christologie gut: „Es hat mir viel mehr Spaß gemacht, die Sachen selbst zu entwickeln, die man sich auch selbst ausgesucht hat, statt im Frontalunterricht einfach etwas vorgesetzt zu bekommen. Und ich habe auch mehr gelernt und es bleibt mehr hängen, weil ich mir das Ganze selbst erarbeitet habe.“ Außerdem sei die Vorstellung, dass fremde Touristen aus ganz Deutschland sich am Ende ihr Video ansehen und von ihr lernen, eine große Motivation gewesen. „Es ist cool und ich bin total stolz auf das, was wir da geleistet haben“, erzählt Franca.

Geschichten hinter den Gegenständen entdecken

Das kann sie auch sein, schließlich ist der Chatbot sogar mit dem „Andere Zeiten“-Missionspreis ausgezeichnet worden. „Das Projekt ist ein hervorragendes Beispiel dafür, fremdes Territorium wie eine Kirche jugendgemäß zu erschließen und zugänglich zu machen“, lobt Jurymitglied Barbara Viehoff auf der „Andere Zeiten“-Homepage.

Die Kritik, dass ein Chatbot niemals das persönliche Gespräch ersetzen könne, lässt Ines Woermann ziemlich kalt. Denn aus ihrer Sicht ist das gar nicht das Ziel des „hellokatharinen“-Chatbots. Er soll eher ein Angebot für die Gelegenheiten sein, bei denen niemand anwesend sei, um die Fragen der Besucher zu beantworten. „In der Regel sieht man die Geschichten nicht, die hinter diesen bedeutsamen Gegenständen und der Kirche als Ganzes stehen“, sagt Ines Woermann und ergänzt, dass man immer nur das sehe, was man schon wisse oder was einem jemand anderes vor Ort sage. „Mit einem Chatbot kann man viel über Kirchen erfahren, auch wenn gerade niemand da ist, der es einem erzählt.“ So müsse es dann nicht mehr vorkommen, dass Besucher eine Kirche genauso ratlos verlassen, wie sie sie betreten haben.

Lena Christin Ohm (evangelisch.de)

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
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