„Zur Friedensbildung und zum Schutz des Planeten braucht es die gesammelte Expertise der Welt“

Werden die Teilnehmer auch an möglichen Lösungsschritten arbeiten? Wie können die aussehen?

Bosse-Huber: Im Vorfeld der World Assembly hat es bereits eine Reihe von inhaltlichen Überlegungen gegeben, wie das Thema der Assembly bearbeitet werden kann. Ein eigens erarbeitetes 150-seitiges Arbeitsbuch enthält Analysen, Konkretionen und Empfehlungen zu den fünf Teilaspekten des Themas. Die Foren, Arbeitseinheiten und Beschlüsse der Versammlung werden zeigen, welche konkreten Ansätze favorisiert werden.

Wofür setzen Sie sich ganz konkret ein? Was liegt Ihnen besonders am Herzen?

Bosse-Huber: Mir liegt daran, dass die Assembly im deutschen und europäischen Kontext ein klares Signal dafür setzt, dass es für das Miteinander von Menschen und Gesellschaften eines Grundvertrauens bedarf, das unabhängig von Religionszugehörigkeit oder Herkunft hergestellt werden muss. Gerade der multiperspektivische und globale Blick, den „Religions for Peace“ hier einträgt, kann dabei helfen, die Horizonte zu weiten und eine nationale Verengung von Debatten zu überwinden.

Was erhoffen Sie sich ganz persönlich von diesem Treffen?

Bosse-Huber: Persönlich freue ich mich, wenn auch Frauen in religiösen Leitungsrollen weltweit mehr Gewicht und Stimme bekommen. Das Podium der Assembly zum Thema „Women as Peacemakers“, das ich selbst moderieren werde, sehe ich als einen Schritt auf diesem Weg.

Was kann die Konferenz bewirken? Wird Religions for Peace in der Politik/Wirtschaft auch weltweit wahrgenommen und als Instanz anerkannt?

Bosse-Huber: Die Tatsache, dass der Bund und das Land Bayern die World Assembly in Lindau finanziell fördern, zeigt, dass es hier auch ein politisches Interesse an interreligiöser Verständigung gibt und dass Religion in der Innen- und Außenpolitik unseres Landes eine Rolle spielt. Religiöse Neutralität des Staates und Kooperation zwischen Staat und Religionsgemeinschaften schließen sich ja keineswegs aus wie man nicht nur in Deutschland sehen kann.

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
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