Zwei Fäuste für ein Halleluja

Flandern ist die Heimat des Carillons

Christian Michel in Hannover ist eher klassisch orientiert. Er spielt Stücke von Bach oder Rachmaninow, die für Carillon arrangiert wurden, Kirchenlieder oder gezielte Kompositionen für das Carillon. „Man muss sich erst einmal daran gewöhnen, dass man nicht mit den Fingern spielt, sondern mit den Fäusten.“ Michel spielt schon seit Schulzeiten Orgel und kam über Freunde zum Carillon. „Das hat mich so gepackt, dass ich beschlossen habe, das muss ich gleich in die Tat umsetzen.“

Michel hatte Glück: Im Henriettenstift in Hannover fand er ein Instrument in seiner Nähe. Die Leitung des evangelischen Krankenhauses war Ende der 1950er Jahre begeistert von einem Besuch in den Niederlanden zurückgekehrt und hatte beschlossen, ein Carillon anzuschaffen.

Flandern im benachbarten Belgien ist die Heimat des Carillons. Dort stellten die Glockengießer bereits Anfang des 16. Jahrhunderts aufeinander abgestimmte Glocken her und bauten sie in die Stadttürme ein. Allein in den Niederlanden gibt es 180 Carillons, dazu viele andere Glockenspiele. „In Amsterdam hört man sie an jeder Ecke“, erzählt Michel. 672 Carillons gibt es weltweit, davon 474 in Europa.

Eine Freude für Patienten, Besucher und Mitarbeitende

In Hannover wurde das Carillon Teil einer Kirche. Als das Henriettenstift seine im Krieg zerstörte Mutterhauskirche neu aufbaute, errichtete die Klinikleitung 1960 einen separaten Turm und stattete ihn mit dem Glockenspiel aus. Das Instrument, eines von dreien in Niedersachsen, erklingt seither täglich eine Viertelstunde lang, um Patienten, Besucher und Mitarbeitende zu erfreuen.

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
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