50 Jahre Kunst aus Bethel

Der autistische Künstler Giebeler war 2018/2019 Heinrichs Meisterschüler. Und gibt sich als dienstältester Kunstschaffender des Hauses durchaus selbstbewusst. „Man kann die Skulpturen aus allen Materialien (hohl und massiv) außer Speckstein anfertigen. Es ist meine eigene Idee“, schreibt er zu einem Entwurf von zusammengesetzten Quadern, sauber geklebt aus Papier. Seinen dreidimensionalen Puzzle-Objekten aus Holz legt er Anleitungen mit zig Legevarianten für die Käufer bei.

„Wir helfen, die eigene Bildsprache zu finden“

Im Haus Lydda sind Menschen mit und ohne Behinderung oder mit psychischer Erkrankung gemeinsam künstlerisch tätig. „Wir wollen, dass das Kunstwerk im Vordergrund steht und nicht die Krankheit“, sagt Heinrich. Die Einrichtung der evangelischen v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel feiert 2019 ihr 50-jähriges Bestehen mit der Wanderausstellung „weitweit offen“ und einem Fest am 6. Dezember, zu dem ein Buch erscheint.

Rund 150 Künstlerinnen und Künstler begleiten Heinrich und seine Mitarbeiterin im Jahr. Die Menschen in Lydda „brennen innerlich, sich nach außen zu bringen“, sagt der bildende Künstler und Kunsttherapeut. Die Themen erarbeiteten sie selbst. „Wir geben nichts vor, sind nur die Hebammen an ihrer Seite, die ihnen helfen, ihre eigene Bildsprache zu finden.“

„Kunst verwandelt das Grau der Gegenwart“

In den zwei Ateliers stehen die Regale voll mit Gemälden und Plastiken: Schanna Saranzews Ölbilder etwa erinnern an Freskenmalerei, sind aber dunkel, geheimnisvoll, zum Teil verstörend. Nazim Suco sucht dagegen in seinen Werken die „Versöhnung der drei Weltreligionen“. Deren Symbole tauchen in seinen abstrakten, mit Gold durchwirkten Arbeiten immer wieder auf.

Jens Jacobfeuerborn experimentiert derzeit mit der Wirkung von Farbe und Fläche. Auf schwarzem Grund verspachtelt er grüne und weiße, rote und gelbe Linien. Es werde eine größere Bilderserie, sagt der Bielefelder, der seit 2009 in verschiedenen Ausstellungen darunter auch in Belgrad vertreten war. „Kunst verwandelt das Grau der Gegenwart in eine bunte Zukunft“, erklärt Martin Balzer seine feinen Tuschezeichnungen.

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
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