NS-Erinnerungsarbeit entwickelt sich weiter

„Kamp“ orientiert sich am KZ Auschwitz-Birkenau. „Es ist keine exakte Kopie“, sagt Pauline Kalker. Komplett ohne Worte erlebt der Zuschauer den Alltag nach. „Bei der Aufführung geht es nicht darum, den Tätern Vorwürfe zu machen“, unterstreicht sie. Das Stück hat vielmehr eine persönliche Motivation: Ihr Großvater wurde dort getötet und die Konstruktion des Modells ermöglicht ihr, ihrem Großvater symbolisch zu begegnen.

Neue Formen von Zeitzeugengesprächen

Zurzeit spielen meist Zeitzeugen eine große Rolle in der Erinnerungsarbeit – doch diese werden weniger. „Das Ende dieser Erinnerungskultur wird von sehr vielen Protagonisten mit sehr großer Angst besetzt“, sagt die Kulturwissenschaftlerin Steffi de Jong von der Universität zu Köln. Dabei veränderten sich Erinnerungskulturen andauernd.

„Man versucht an dieser zeitzeugenzentrierten Erinnerungskultur festzuhalten, indem man zum Beispiel neue Formen von Zeitzeugengesprächen schafft wie bei ‘New Dimensions in Testimony’ von der USC Shoah Foundation“, erklärt de Jong. Für dieses Projekt wurden Zeitzeugen interviewt und aufgenommen. Es geht darum, per Hologramm das Gespräch mit dieser Person nachzustellen.

Digitale Lagerrekonstruktionen

Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) zielt mit der App „WDR AR 1933-1945“ in eine ähnliche Richtung. Sie ermöglicht die Einbettung von gefilmten Zeitzeugen in die Umgebung des Nutzers.

Mittlerweile gibt es auch digitale Lagerrekonstruktionen. Dazu gehörten sowohl offizielle Projekte wie in der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen als auch Versuche von Laien, berichtet de Jong. Etwa als Rekonstruktionen von Auschwitz in dem Videospiel Minecraft. Ein italienischer Spieleentwickler wolle wiederum mit „Witness Auschwitz“ den User in der virtuellen Realität den Alltag von Auschwitz nacherleben lassen.

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
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