„Zivi-Pastor“ Ulrich Finckh gestorben

Finckh war über Jahrzehnte Vorsitzender der Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen mit Sitz in Bremen und Mitglied im Bundesbeirat für den Zivildienst. In dieser Funktion hat er sich bundesweit als „Zivi-Pastor“ einen Namen gemacht. „Er trug dazu bei, dass Menschen, die aus Gewissensgründen den Kriegsdienst verweigerten, öffentliche Anerkennung für ihre Entscheidung erhielten“, betonte Brahms.

Unermüdlicher Einsatz für die Rechte von Kriegsdienstverweigerern

Er habe sich mit Nachdruck, Beharrlichkeit und großem Engagement für ein Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung eingesetzt, bekräftigte auch Detlev Besier von der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden. Gerade in einer Zeit, in der Kriegsdienstverweigerer in der Gesellschaft stigmatisiert worden seien, habe sich Finckh mit Fachwissen und unermüdlichem Einsatz für deren Rechte eingesetzt.

Finckh wurde 1927 in Heilbronn geboren. Was Krieg bedeutete, hatte Finckh am eigenen Leib durchlitten: Mit 15 Jahren wurde er als Luftwaffenhelfer eingezogen. Danach folgten Arbeitsdienst, Kriegsmarine und Infanterie. Nach Kriegsdienst und amerikanischer Kriegsgefangenschaft studierte er in Marburg, Mainz und Göttingen Theologie. Sein erstes Pfarramt übernahm Finckh im rheinhessischen Mettenheim. Später arbeitete er als Studentenpfarrer in Hamburg und dann als Gemeindepfarrer in Bremen.

Für sein zivilgesellschaftliches Engagement bekam Finckh den Gustav-Heinemann-Bürgerpreis und den Fritz-Bauer-Preis der Humanistischen Union. Zu seinem 85. Geburtstag ehrte ihn die Bremer Landesregierung mit einem Senatsempfang.


Die Trauerfeier für Pfarrer Ulrich Finckh mit anschließender Beisetzung ist am Samstag, 3. August ab 14 Uhr in seiner ehemaligen Gemeindekirche, der evangelischen Kirche Bremen-Horn, geplant. Die Predigt hält der EKD-Friedensbeauftragte Renke Brahms.

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
Bitte lesen Sie den ganzen Text auf der Originalseite des Feeds – zur Quelle

Schreibe einen Kommentar