Rund 800 Flüchtlinge starben in diesem Jahr im Mittelmeer

Fischer hatten am Donnerstag 135 Menschen aus dem Meer gerettet, die in einem Holzboot mit bis zu 300 Menschen an Bord in Richtung Europa unterwegs waren. Offenbar war das Boot gekentert. Laut UNHCR schwammen manche an Land. Laut „Ärzte ohne Grenzen“ hätten Augenzeugen mindestens 70 Leichen im Meer gezählt. Sea-Watch geht von mindestens 100 Toten aus, die UN sprachen von 115 und 150 Toten, unter ihnen viele Frauen und Kinder. Die Flüchtlinge kamen überwiegend aus Eritrea und dem Sudan. Die Überlebenden seien in das Internierungslager Tadschura östlich von Tripolis gebracht worden, in dem Anfang Juli bei einem Luftangriff mindestens 50 Migranten ums Leben kamen, hieß es.

Aktuell kein privates Seenotrettungsschiff auf dem Mittelmeer unterwegs

UN-Generalsekretär António Guterres äußerte sich entsetzt. „Wir brauchen sichere und legale Fluchtrouten für Migranten und Flüchtlinge“, erklärte er. „Jeder Migrant, der ein besseres Leben sucht, verdient Sicherheit und Würde.“ UNHCR-Chef Filippo Grandi bekräftigte seine Forderung nach einer neuen Seenotrettung und einem Ende der Internierungslager in Libyen. „Gerade hat sich die schlimmste Mittelmeer-Tragödie in diesem Jahr ereignet“, schrieb er. Europa müsse jetzt handeln, bevor es für viele weitere verzweifelte Menschen zu spät sei.

Von den privaten Seenotrettungsschiffen ist aktuell keines in der Region unterwegs. Die „Alan Kurdi“ des Regensburger Vereins Sea-Eye wird voraussichtlich am 30. Juli ihr Einsatzgebiet vor den libyschen Gewässern erreichen. Auf dem Weg ist außerdem die „Ocean Viking“, das neue Schiff von „Ärzte ohne Grenzen“ und SOS Méditerranée. Der Verein Mission Lifeline plant zum 1. August ein neues Schiff zu entsenden. Damit habe sich der Vorwurf, die privaten Seenotretter würden die Bootsfluchten nach Europa überhaupt erst anheizen, „einmal mehr als realitätsfern erwiesen“, schrieb Sea-Watch auf Twitter.

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
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