Liturgische Konferenz legt Studie zum Gottesdienstbesuch vor

Gottesdienste zu besonderen Anlässen

Weihnachten, Taufe und Beerdigung, aber auch andere auf den Lebenslauf bezogene Anlässe wie die Einschulung – das sind der Studie zufolge die Gottesdienste, die wirklich viele Menschen ansprechen, so ein Ergebnis. Mit Abstrichen gelte das auch für die kirchlichen Feste im Jahreskreis. Deutlich wird jedoch auch die geringe Reichweite des regelmäßigen Gottesdienstes am Sonntagmorgen, der sich laut Koll zu einem „Zielgruppengottesdienst für Ältere und ehrenamtlich Engagierte“ entwickele. Über den Fortbestand des klassischen Sonntagsgottesdienstes solle deshalb „vielerorts engagierter und ergebnisoffener diskutiert werden.“ Wer nur gelegentlich einen Gottesdienst besuche, tue dies nicht am Sonntagmorgen, sondern zu besonderen Anlässen.

Im Blick auf die Gründe für den Gottesdienstbesuch hat die Studie einen engen Zusammenhang zwischen Kirchgang und Religiosität ergeben: Menschen bleiben dem Gottesdienst auch deswegen fern, weil sie Religion und Glauben als für ihr eigenes Leben irrelevant erleben. Es reiche also nicht aus, Inhalte attraktiv zu verpacken oder günstige Gelegenheiten zu schaffen, sagt Julia Koll: „Hier reicht die gottesdienstliche Praxis vielmehr hinein in das Feld religiöser Bildung im denkbar weitesten Sinn.“ Den Befund der Studie könne man „als Aufforderung lesen, über gottesdienstliche Formen auf viel freiere, experimentellere und womöglich auch tiefgreifendere Weise nachzudenken“, heißt es in der ersten Auswertung.

Das Alter der Befragten reichte von 9 bis 92 Jahren, am stärksten vertreten war die Gruppe der 40-59-Jährigen. 41 Prozent der Teilnehmenden sind Männer. Insgesamt 90 Prozent geben an, Mitglied einer evangelischen Kirche zu sein.


Auf einer Auswertungstagung in der Evangelischen Akademie Loccum vom 13.-14.09.2019 sollen die Ergebnisse ausführlicher vorgestellt und diskutiert werden.

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
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