Kurschus: Kirchentag bezieht Position gegen Schwarzmalerei

Welche Antworten kann darauf der Kirchentag geben?

Kurschus: Wir Christen richten unser Vertrauen auf Gott. Wir sind gewiss, dass er Wege in die Zukunft ebnet, längst bevor wir sie sehen, und dass er uns befähigt, sie zu finden. Zugleich nehmen wir das Vertrauen ernst, das Gott seinerseits in uns setzt, indem er uns seine Erde anvertraut. Gottes Vertrauen nimmt uns in die Pflicht. Der Kirchentag wird klare Positionen beziehen: Für Klimagerechtigkeit. Für unsere demokratische Kultur und gegen Schwarzweißmalerei. Für ein solidarisches Europa und gegen das Sterben im Mittelmeer. Dass Gottvertrauen vom Kirchentag ausgeht, frischer Mut, neue Gestaltungskräfte, das hoffe ich sehr. Unserer Gesellschaft und unserer Kirche wird das guttun.

„Integration geschieht längst“

Die westfälische Landeskirche rückt beim Kirchentag mit dem „Roten Faden Migration“ die Themen Migration und Integration in den Fokus. Was ist Ihnen wichtig?

Kurschus: Integration geschieht bereits, das ist mir wichtig zu betonen. Integration geschieht längst. Sie gelingt an einzelnen Stellen, in einzelnen Situationen, immer wieder, mitten im Alltag, in Schule und Kindergarten, in Sport und Wissenschaft, in Vereinen und Nachbarschaften. Dafür gibt es viele Beispiele. Gelingende Integration braucht Offenheit für den anderen, für seine Geschichte und kulturelle Prägung, Feingefühl für seine Befürchtungen und Erwartungen.

Was sind die wichtigsten Voraussetzungen für Integration?

Kurschus: Integration spricht eine gemeinsame Sprache. Sie stellt Fragen, benennt Konflikte und sucht nach tragfähigen Lösungen. Sie versteht sich nicht als Bringschuld der einen, die in Vorleistung gehen müssen, um möglicherweise dann zu bekommen, was sie vermeintlich „nötig“ haben. Integration ist ein wechselseitiges Bemühen um den Anderen. Sie braucht Zeit und Geduld – Vertrauen. Und wie jede tragfähige Beziehung braucht sie am Anfang den Vertrauensvorschuss.

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
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