Erstmals mehr als 70 Millionen Menschen auf der Flucht

Lob für die Bundesregierung

Deutschland gehört zu den Ländern, die laut UNHCR 2018 am meisten Flüchtlinge beherbergten (1,1 Millionen). Grandi lobte die Bundesregierung für ihre Flüchtlingspolitik. Die Regierung investiere in die Integration, gleichzeitig werde der 2015 entstandene Rückstau bei der Registrierung aufgeholt.

Damit habe Deutschland bewiesen, dass der Mythos der angeblich unbewältigbaren Flüchtlingskrise falsch sei. „Deutschland ist ein Modell, dem andere Länder folgen sollten“, empfahl Grandi. Ausdrücklich lobte Grandi Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie habe 2015 Mut bewiesen, und er sei überzeugt, dass die Geschichte ihr Recht geben werde.

Mehr als die Hälfte der 70,8 Millionen Geflohenen sind Flüchtlinge im eigenen Land (41,3 Millionen). Zu den Flüchtlingen im Ausland zählen 5,5 Millionen Palästinenser und 20,4 Millionen, die unter dem Schutz des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) stehen. Schließlich sind 3,5 Millionen Asylsuchende miterfasst.

Jedes Jahr vertreiben neue Krisen weitere Menschen

Jedes Jahr vor dem Weltflüchtlingstag am 20. Juni verkündet das UNHCR die aktuellen Zahlen zu Flucht und Vertreibung. Und seit Jahren jagt ein Höchststand den nächsten. Vor zehn Jahren, 2009, lag die Zahl der Geflohenen noch bei 43,3 Millionen Menschen. Viele von denen, die damals erfasst wurden, sind es bis heute: Ein Fünftel der erfassten Flüchtlinge harrt seit mindestens 20 Jahren fern der Heimat aus, vier von fünf Flüchtlingen seit mindestens fünf Jahren.

Der Grund ist einfach: Jedes Jahr vertreiben neue Krisen weitere Menschen: 13,6 Millionen neue Flüchtende waren es 2018. Die alten Krisen und Konflikte bleiben unterdessen ungelöst. „Konflikte ziehen sich länger und länger hin, wir scheinen die Fähigkeit verloren zu haben, Frieden zu schließen“, warnte Grandi. Und er macht den Dauerstreit im Sicherheitsrat dafür mitverantwortlich. „Die Lösung von Konflikten setzt internationalen Kooperationswillen voraus.“

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
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