Kirchentag in Dortmund: Echtes Vertrauen im Pott

„Das soll doch mal gesagt werden dürfen“

Mit der Entscheidung, AfD-Politiker nicht zu Kirchentagspodien einzuladen, haben die Veranstalter allerdings auch eine Debatte ausgelöst. Beim zurückliegenden Kirchentag 2017 in Berlin hatte die AfD noch mitdiskutieren dürfen. Der Ausschluss gelte nur Partei-Funktionären und nicht den Bürgern, die mit der AfD sympathisieren, betonte das Präsidium. Präsident Leyendecker selbst verteidigte die Entscheidung immer wieder mit den Worten, dass sich die Partei seit 2017 weiter radikalisiert habe.

Um aber im Gespräch zu bleiben mit allen, die aus Protest gegen die Regierung unter Angela Merkel mit der AfD liebäugeln, gibt es ein Barcamp mit dem Titel „Das soll doch mal gesagt werden dürfen“. Der Name soll Programm sein. Auch die Themen „neuer Konservatismus“ und „Angst“ stehen auf der Agenda. Unter den Rednern und Podien-Gästen sind viele Politiker aus der ersten Reihe: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nebst seinen drei Amtsvorgängern Joachim Gauck, Christian Wulff und Horst Köhler werden erwartet.

Echte Liebe zu Gott

Dortmund sei genau der richtige Ort für die politische Kontroverse über gesellschaftlich relevanten Themen, sagt Leyendecker, der im Rheinland verwurzelt ist. Hier spiegele sich die „bunte Vielfalt“ der Gesellschaft. Kohle und Stahl haben Dortmund fast ein Jahrhundert lang als Stadt geprägt. Nach dem Niedergang der Kohle- und Stahl-Industrie scheinen die Dortmunder den wirtschaftlichen Strukturwandel geschafft zu haben. Doch die Stadt macht immer wieder negative Schlagzeilen wegen der rechten Szene im Stadtteil Dorstfeld.

Zu weiteren gesellschaftlichen Themen zählen Klimaschutz, Digitalisierung, sexualisierte Gewalt und feministische Theologie. Hinzu kommt ein üppiges Kulturprogramm mit 600 Veranstaltungen. Alle Veranstaltungen sollen zudem barrierefrei sein.

Damit sich die mehr als 100.000 erwarteten Besucher in der Stadt und bei den Veranstaltungen sicher fühlen können, werden Tausende Einsatzkräfte für Ordnung sorgen. Veranstaltungsorte werden zusätzlich mit Betonklötzen und Lkw-Sperren abgesichert. Innerhalb der Innenstadt gilt an allen Veranstaltungstagen tagsüber ein Lkw-Fahrverbot.

Am Ende des Kirchentages werden sich Fußball und Glauben noch einmal ganz nahe kommen. Einer der beiden zentralen Abschlussgottesdienste wird im Stadion stattfinden – diesmal geht es nicht um echte Liebe zur Borussia, sondern um echte Liebe zu Gott.

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
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