Osterlieder müssen laut gesungen werden

Gibt es neben diesem inhaltlichen Grund noch einen anderen?

Bredenbach: Ja, Ostern fehlt das Volkstümliche von Weihnachten. Es gibt kaum Rituale, die mit dem Ostergeschehen zu tun haben. Und selbst über den Osterhasen oder das Eiersuchen gibt es nur wenige Lieder. Im Gegensatz dazu sind vor allem im 19. Jahrhundert viele volkstümliche Weihnachtslieder entstanden, die den heimeligen Weihnachtsabend oder den leuchtenden Weihnachtsbaum besingen und die das Fest jenseits aller Theologie tief im Bewusstsein verankert haben.

Welches Lied gehört für Sie zum Ostergottesdienst unbedingt dazu?

Bredenbach: „Christ ist erstanden“ ist für mich gesetzt. Es ist das älteste uns überlieferte Osterlied und geht auf den lateinischen Gesang „Victimae paschali laudes“ zurück. Die Melodie stammt aus dem 12., 13. Jahrhundert. Dieses Lied eröffnet nahezu jeden Ostergottesdienst, weil es einen sehr festlichen und Glaubenszuversicht ausdrückenden Charakter hat. Es zählt zu der Gruppe der sogenannten „Leisen“, weil an jeder Strophe ein „Kyrieleis“, ein „Herr, erbarme dich“ angehängt ist.

Das heißt also nicht, dass man es leise singen muss.

Bredenbach: Nein, nein, es muss sogar richtig laut gesungen werden!

Gibt es eigentlich musikalische Merkmale, die Osterlieder klar kennzeichnen?

Bredenbach: Osterlieder sind oft von einem triumphierenden Dreierrhythmus geprägt. Zum Beispiel „Gelobt sei Gott im höchsten Thron“ oder das berühmte Lied von Paul Gerhardt „Auf, auf, mein Herz, mit Freuden“. Eine ähnliche Rhythmik gibt es bei Weihnachts- und Adventsliedern zwar auch, aber dort ist sie sanfter und wird eher mit dem „Kindelwiegen“, ein bayrischer Ausdruck, in Verbindung gebracht. Zum Beispiel „Macht hoch die Tür“ oder „Nun singet und seid froh“. Osterlieder zeichnen sich außerdem durch eine häufige Verwendung des Wortes „Halleluja“, also „Lobet den Herrn“, aus. Das findet man in Weihnachtsliedern kaum.

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
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