Mahl ganz anders – mal vier!

Die Choreografie ist recht einfach: Dreizehn Leute gehen im Gänsemarsch durch die Gassen, Fußgängerzonen, Plätze und Unterführungen der Stadt. An verschiedenen Orten halten sie an und bauen einen langen Tisch auf. Er wird gedeckt, die Darstellerinnen und Darsteller nehmen Platz und beginnen zu essen. Dann friert die Szene ein und verwandelt sich langsam in das berühmte Mailänder Wandgemälde Leonardo da Vincis. Ein Ton wird immer lauter, bis schließlich der Darsteller des Judas seinen Geldbeutel auf den Tisch knallt und die Szene verlässt. Währenddessen verteilen weitere Mitwirkende Infopostkarten mit einer Abbildung des Originalgemäldes an die Schaulustigen.

Live-Übertragung auf Social Media-Plattformen

Seit 2011 findet das Projekt nun bereits regelmäßig am Gründonnerstag in deutschen Städten mit großem Erfolg statt. 2012 erhielt es den Missionspreis des Vereins „Andere Zeiten“. Nach Hamburg, Frankfurt, Kassel und Hannover zieht die Performance in diesem Jahr nun nach Stuttgart. Ab 13 Uhr werden die kleinen Aufführungen in der Innenstadt zu sehen sein. Start ist am Marienplatz, Stationen sind unter anderem Schlossplatz, Schillerplatz und Rathausplatz, der Abschluss findet schließlich im Gottesdienst in der Leonhardskirche um 18 Uhr statt. Die aktuellen Standorte der Gruppe werden ständig über Twitter bekannt gegeben, unter dem Hashtag #mahlganzanders. Außerdem überträgt evangelisch.de die Aktion live per Video auf Facebook und Instagram. Artikel, Filme und Hintergründe zu den vorherigen Aktionen gibt es unter www.evangelisch.de/mahlganzanders und unter www.mahlganzanders.de.

In diesem Jahr aber ist etwas anders als sonst: Es ist eingetreten, was sich die Initiatoren von „Mahl ganz anders“ immer gewünscht haben – das Projekt hat Ableger bekommen. Gleich in drei weiteren Städten wird zeitgleich das da Vinci-Gemälde auf die Straße gebracht – und somit auf die besondere Bedeutung des Gründonnerstag hingewiesen. „Das freut uns riesig“, so Frank Muchlinsky, einer der Erfinder der Aktion, „so war das eigentlich von Anfang an gedacht, dass diese Sache Schule macht!“. Nicht umsonst gibt es auf der Website auch eine Anleitung zum Nachmachen für Interessierte.

Das Abendmahl als Flashmob

Und so wird Jesus mit seinen Jüngern zum Beispiel auch erstmals in der Innenstadt von Darmstadt zu sehen sein. Hier ist es ein Projekt der Cityseelsorge unter der Leitung von Pfarrerin Ulrike Hofmann in Zusammenarbeit mit dem „Theater Transit“, das das Thema dieses christlichen Feiertages in die Stadtöffentlichkeit hineintragen möchte. Die Gruppe der Schauspielerinnen und Schauspieler sieht vor allem die Themen Gemeinschaft und Verrat als leitende Motive und will Fragen wie „Wo beginnt Verrat?“, „Wieviel Judas ist in jedem von uns?“ und „Was zählt mehr: Gemeinschaft oder ein Ziel?“ aufwerfen. Darüber möchten die Akteurinnen und Akteure mit den Passantinnen und Passanten ins Gespräch kommen. Hier beginnt die Aktion um 11 Uhr auf dem Luisenplatz und wandert dann weiter über den Marktplatz, den Platz an der Stadtkirche, das City Carrée, den Ludwigsplatz und den Georg Büchner- Platz.

Auch die Ökumenische Citykirche in Pforzheim möchte mit dem „Mahl ganz anders“ am Gründonnerstag daran erinnern, dass Jesus am Tag vor Karfreitag das Abendmahl einsetzte, bevor er kurz darauf verraten und verhaftet wurde. Hier werden die verschiedenen Aufführungsorte vorab bewusst nicht bekannt gegeben, um einen kleinen Überraschungseffekt zu erzielen. Das letzte Abendmahl wird so zum Flashmob. Zum Abschluss laden die Initiatoren auch hier um 18 Uhr zum gemeinsamen Gottesdienst mit Abendmahl ein, und zwar in die Schlosskirche St. Michael.

Und in Berlin schließlich ist das „Mahl ganz anders“ nach 2018 in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal zu erleben. Initiator KD Ehmke schreibt im Gemeindebrief, dass mit der Straßentheaterperformance auf den Gründonnerstag und die gesamte Karwoche hingewiesen werden soll, „auf dieses ganz besondere Fest in unserem Glaubensleben.“ Auch hier werden Handzettel mit weiteren Informationen an die Zuschauerinnen und Zuschauer verteilt. Um 11 Uhr ist der Auftakt am Brandenburger Tor, dann geht es durch die Mitte Berlins zum Fernsehturm, um 13 Uhr wird St. Marien am Alexanderplatz angesteuert. Für 16 Uhr ist die Aufführung vor der Auferstehungskirche angesetzt, in der um 17 Uhr dann schließlich ein Gottesdienst mit Tischabendmahl stattfinden soll.

Claudius Grigat (evangelisch.de)

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
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