Vielfältiges Altern als Herausforderung für die Kirche

Wenn die Kirche ihre Altenarbeit nur diakonisch verankere, werde sie dieser Tatsache nicht gerecht, betonte Schöps. Die neuen Alten wollten nicht konsumieren, sondern sich selbst organisieren und mitentscheiden. Die Hauptamtlichen in der Kirche müssten deshalb lernen, Verantwortung zu teilen. Eine Umfrage unter Pfarrern habe ergeben, dass sie die bestehenden Angebote für Ältere als gut und wichtig erachteten. Die gleichen Pfarrer sagten aber auch, sie selbst würden solche Angebote nicht besuchen.

 „Mit dem Alter kommt eben nicht mehr der Psalter“

Die Kirche könne sich nicht mehr darauf verlassen, dass alte Menschen von selbst zu ihr zurückkehrten, sagte Schöps. „Mit dem Alter kommt eben nicht mehr der Psalter.“ Der gesamtgesellschaftliche Trend weg von der Kirche wirke sich auch hier aus. Allerdings seien Menschen im Alter von 60 bis 75 Jahren in hohem Maße bereit für gesellschaftliches Engagement. Gerade nach einem langen Berufsleben sähen sie im Alter eine Chance zur Wiedergewinnung des Sozialen jenseits ökonomischer Zwänge.

Raum für ein solches Engagement bietet nach Schöps? Worten vor allem das eigene Wohnumfeld. Die Quartiere hätten sich durch die veränderten Familienverhältnisse gewandelt. An die Stelle der Familie seien oft die Nachbarschaft und Freundschaften getreten. Hier habe die Kirche mit ihrer durchgängigen Präsenz vor Ort eine große Chance, Räume zu eröffnen für die Begegnung von Menschen verschiedener Generationen.

Bedürfnis nach Sinn und Seelsorge

Auch wenn die modernen Alten nicht mehr unbedingt in den Gottesdienst gingen, hätten sie dennoch ein Bedürfnis nach Sinn und Seelsorge, sagte Schöps. Gerade das christliche Menschenbild könne ihnen helfen, mit den Brüchen und Niederlagen in ihrem Leben umzugehen. Und natürlich spielten in diesem Lebensabschnitt die Themen Gebrechlichkeit und Endlichkeit eine wichtige Rolle.

Es sei die Aufgabe der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Altenarbeit (EAfA), die Neuorientierung evangelischer Altenarbeit zu fördern, sagte die Bundesvorsitzende Schöps. Die EAfA bringe ihre Positionen in den Dialog mit anderen gesellschaftlichen Gruppen und der Politik ein und sorge dafür, dass die „evangelische Stimme“ bei diesem Thema gehört werde.

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( http://www.ekd.de/rss/editorials.xml)
Bitte lesen Sie den ganzen Text auf der Originalseite des Feeds – zur Quelle

Schreibe einen Kommentar