Advent ohne Abfall

Advent ohne Abfall

Tipps für eine umweltfreundlichere Adventszeit

Jeden Tag etwas mehr Advent: Die Wohnung ist dekoriert, aus der Küche duftet es nach frischen Plätzchen, Einkäufe müssen erledigt werden. Und der Weihnachtsbaum wartet bereits auf seinen Einsatz. Was wir gerne verdrängen: Kaum ist das Weihnachtsfest vorbei, quellen die Mülltonnen über vor Abfall.

Geschenkpapierabfall nach der Bescherung © Daniela Stärk – fotolia

Klaus-Peter Koch, Umweltbeauftragter der Landeskirche, gibt Tipps, wie Weihnachten auch für die Umwelt eine friedliche Zeit wird.

1. Die Plätzchenproblematik

Süßigkeiten gehören zur Adventszeit wie bunte Eier zu Ostern. Leider kann man auch hier, in Sachen Nachhaltigkeit, viel falsch machen. Lebkuchen aus dem Supermarkt sind in Plastikfolie und chemisch bedruckten Kartons verpackt. Formen aus Gummi sind nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern auch für die Gesundheit. Wie kann man denn bedenkenlos naschen?

Ausstecherle sind die Besten. © EduardSV – Fotolia

Expertentipp von Klaus-Peter Koch:

Als Faustregel gilt: Omas Rezepte für leckere Ausstecherle sind immer noch die Besten! Cookies aus neumodischen Rezepten enthalten oft bunte Farben. In Lebensmittelfarben sind chemische Stoffe für einen grelleren Ton oder künstlichen Fruchtgeschmack enthalten. Hält man sich an traditionelle Rezepte, braucht man meist nicht mehr als Mandeln, Nüsse, Zucker,  Mehl und Eier. All diese Produkte kann man in guter Bioqualität kaufen.


2. Das Deko-Dilemma

Eine festliche Adventszeit ohne Weihnachtsdekoration kann sich wohl niemand recht vorstellen. Sprühschnee, Lametta und Klebebildchen sehen zwar schön aus, stellen aber eine Belastung für die Umwelt dar. Was tun, wenn man statt der stillen nicht die dunkle Nacht feiern möchte?

Expertentipp von Klaus-Peter Koch:

Die Natur bietet die schönste Deko. Gehen Sie in den Wald und sammeln Sie Tannenzweige, Tannenzapfen, Mistelzweige und Reisig. Bei Kerzen sollten Sie auf Bienenwachskerzen zurückgreifen, da die Produkte aus dem Supermarkt meist Palmöl  enthalten, für dessen Produktion ganze Regenwälder abgeholzt werden. Kerzen aus Bienenwachs können Sie auf jedem Weihnachtsmarkt kaufen. Auf manchen Märkten kann man sich auch selbst solche Kerzen ziehen oder Wachsplatten und Dochte kaufen. Wenn Sie der Umwelt etwas Gutes tun wollen, sollten Sie auch auf Lichterketten oder blinkende Deko verzichten. Diese werden meist mit Batterien betrieben, so entsteht unnötiger Abfall. Auch LEDs sind keine gute Alternative, da in der Herstellung sehr aufwendig. Bleiben Sie lieber bei Naturprodukten, damit können Sie nichts falsch machen.


3. Das Geschenkgestöber

Auch wenn sie am Heiligabend nicht im Mittelpunkt stehen sollten: Ein Weihnachten ganz ohne Geschenke wäre eine trostlose Geschichte. Billigwaren aus asiatischen Großfabriken sind allerdings nicht nur ethisch bedenklich, sie landen auch schnell auf dem Müll.

Weihnachtsgeschenke in allen Größen © Anneke Schram – fotolia

Expertentipp von Klaus-Peter Koch:

Das schönste Geschenk kann es sein, Zeit zu verschenken. Kinder könnten ihren Eltern für einen Tag die Hausarbeit abnehmen. Eine handgeschriebene Weihnachtskarte an die Großeltern weckt oft mehr Freude als gekaufte Deko, der zum Staubfänger verkommt. Ihre Freunde könnten Sie auch einfach mal zum Essen oder ins Café einladen. Im Endeffekt schenkt man sich selbst auf diese Art und Weise auch mehr Zeit, weil man nicht durch überfüllte Fußgängerzonen von Geschäft zu Geschäft hasten muss.


4. Die Verpackungsverirrung

Gutscheine und Co. verbrauchen glücklicherweise nicht viel Verpackungspapier. Eine Flasche Wein aus der Region ist auch ein relativ umweltfreundliches Geschenk, sieht unverpackt aber wenig präsentabel aus. Wie soll man diese nun verpacken, wenn lackierte Geschenktüten einem die positive Umweltbilanz ruinieren?

Expertentipp von Klaus-Peter Koch:

Eine kreative und gleichzeitig nachhaltige Lösung ist, die Verpackung zum Teil des Geschenks zu machen. Eine schöne Schachtel oder Dose ist wiederverwertbar und bietet viel Platz um einen Gutschein oder Plätzchen unterzubringen. Falls Sie feinmotorisch begabt sind: Selbstgestrickte Socken als Geschenkverpackung sind etwas ganz besonderes. Verpackungen für ein größeres Geschenk finden Sie im Weltladen. Dort bekommen Sie sogenannte Upcycling-Taschen aus Illustrierten. Sehr schön sind auch bedruckte Kaffeesäcke, die oben zugenäht werden. In jedem Fall sollten Sie Kunststofffolien und bunt bedrucktes Papier meiden. Diese werden aufwendig hergestellt, mit chemischen Farben bedruckt und sind nicht biologisch abbaubar. Sie sollten sich bewusst machen: Geschenkpapier wird keine fünf Minuten beachtet und landet dann zusammengeknüllt in der Ecke.


5. Das Tannenbaumtaktieren

„Oh kahles Zimmer, oh kahles Zimmer“ möchte niemand an Weihnachten singen. Die Geschenkdosen und Kaffeesäcke wollen ja nett präsentiert werden. Beim Christbaumkauf kann man leider auch schnell falsch liegen.

Mit viel Schmuck und Licht wird aus dem Tannenbaum ein Weihnachtsbaum. © by-studio – fotolia

Expertentipp von Klaus-Peter Koch:

Vorsicht bei günstigen Bäumen. Die kommen meist von weit her, aus Polen oder Lettland. Bei diesen Bäumen ist nicht nur der lange Transportweg ein Problem, sondern auch, dass in diesen Ländern andere Umweltstandards als in Deutschland gelten. Die Bäume werden mit Spritzmitteln konserviert und sondern die Pestizide später in Ihre Wohnung aus. Kaufen Sie Ihren Baum lieber bei Ihrem nächstgelegenen Forstamt. Ich würde Ihnen nicht empfehlen, einen Plastikbaum zu kaufen. Theoretisch kann man Plastikbäume zwar wiederverwenden, praktisch sehen sie aber meist schon im zweiten Jahr schäbig aus und landen doch auf dem Müll. Im Gegensatz zum echten Christbaum, kann der Plastikbaum nicht kompostiert und zu Mulch weiterverarbeitet werden.

Marie-Louise Neumann

Quelle: Evangelische Landeskirche Württemberg ( http://www.elk-wue.de/index.php?type=13)
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