Jörg Zink ist tot

Jörg Zink ist tot

Der Bestsellerautor und Fernsehpfarrer wurde 93 Jahre alt

Der Bestsellerautor und frühere Fernsehpfarrer Professor Dr. Jörg Zink ist tot. Er starb am vergangenen Freitag, 9. September, im Alter von 93 Jahren in seinem Haus in Stuttgart. „Jörg Zink hat in herausragender Weise kirchliches und geistliches Leben in Württemberg und darüber hinaus geprägt“, würdigt Landesbischof Frank Otfried July den Verstorbenen. „Er hat sich im Sinne der Verkündigung des Evangeliums kritisch und leidenschaftlich für die Bewahrung der Schöpfung, für Frieden und Gerechtigkeit sowie für den interreligiösen Dialog und die Ökumene eingesetzt. Er war ein großer Kommunikator des Evangeliums.“ 

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Als Prediger und Autor erreichte Dr. Jörg Zink Millionen von Menschen. Er schrieb rund 200 Bücher, mehr als hundert Mal sprach der Geistliche in der ARD das “Wort zum Sonntag”. Am 9. September 2016 ist er gestorben. © Andreas Weise / factum

Jörg Zink gehörte zu den bekanntesten evangelischen Theologen der Gegenwart. Seine bald 200 Bücher haben sich insgesamt rund 20 Millionen Mal verkauft, darunter 1965 seine Übersetzung des Neuen Testamentes in eine verständliche, zeitgemäße und zugleich erklärende Sprache. Er galt als Publikumsmagnet bei Kirchentagen und sprach mehr als 100 Mal das „Wort zum Sonntag“ in der ARD. 40 Filme, zahlreiche für den Hörfunk gestaltete Gottesdienste und Andachten sind mit seinem Namen verbunden. 

Der wissenschaftlichen Theologie und ihrer Sprache stand Zink eher distanziert gegenüber. Er setzte auf einfachere, verständlichere Botschaften und wollte Menschen ohne theologische Vorkenntnisse erreichen. „Ich konnte mir schlechterdings nicht vorstellen, dass die Bauern und Fischer und Hausfrauen von Galiläa den Worten Jesu hätten folgen können, hätte Jesus die Art von Theologie von ihnen verlangt, die wir heute unseren Hörern zumuten“, so der Theologe. 

Zink wurde am 22. November 1922 in Elm in Hessen geboren, studierte in Tübingen Theologie und Philosophie und promovierte bei Helmut Thielicke in Hamburg zum Thema „Der Kompromiss als ethisches Problem“. Nach zwei Jahren als Pfarrer in Esslingen arbeitete er von 1957 bis 1961 als Direktor des Burckhardthauses in Gelnhausen, dem zentralen Fortbildungsinstitut der Evangelischen Kirche in Deutschland für Jugend-, Kultur- und Sozialarbeit. Daran schlossen sich fast 20 Jahre als Landespfarrer für Fernsehen der württembergischen Landeskirche an. Darüber hinaus bereiste er immer wieder die Länder des Nahen Ostens, insbesondere Israel, und produzierte Filme und Bücher über die Religionsgeschichte und Kultur dieser Länder. Auch einige Liedertexte des Evangelischen Gesangbuchs stammen aus seiner Feder, u.a. „Der Abend kommt“ (EG 673).

Es ist sinnlos zu räsonieren, ob eine Religion zu Deutschland gehört oder womöglich nicht. Wir brauchen sie alle, um den wichtigen Zukunftsaufgaben, so Gott will, einmal gewachsen zu sein.

Prof. Dr. Jörg Zink

Der Stuttgarter Theologe war davon überzeugt, dass der Wunsch nach vertiefter Spiritualität und die Begeisterung für politisches Engagement einander nicht widersprechen, sondern sich ergänzen und durchdringen sollten. So wurde Zink zum aktiven Mitstreiter der Friedens- und Ökologiebewegung. Als Ministerpräsident Winfried Kretschmann ihm 2015 den Ehrentitel „Professor“ verlieh, sprach er von vier großen Aufgaben, denen er sich zeitlebens verschrieben habe. Er wollte dazu beitragen, das Zeitalter der Kriege, das Zeitalter des sozialen Unrechts, das Zeitalter der Plünderung natürlicher Lebensgrundlagen sowie das Zeitalter der Religionsstreite zu beenden.  „Es ist sinnlos zu räsonieren, ob eine Religion zu Deutschland gehört oder womöglich nicht. Wir brauchen sie alle, um den wichtigen Zukunftsaufgaben, so Gott will, einmal gewachsen zu sein“, so Zink. 

Jörg Zink wurde mit einer Vielzahl von Auszeichnungen geehrt. Dazu zählen der Wilhelm-Sebastian-Schmerl-Preis für seine Verdienste um die evangelische Publizistik, der Bundesnaturschutz-Preis sowie für sein Lebenswerk der Predigtpreis des Verlags für die Deutsche Wirtschaft.

Quelle: Evangelische Landeskirche Württemberg ( http://www.elk-wue.de/index.php?type=13)
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