Kirchengemeinden gedenken

Am 19. Oktober jährt sich zum 70. Mal die „Stuttgarter Schulderklärung“. Wenige Monate nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verabschiedeten Vertreter der evangelischen Kirche aus ganz Deutschland in Stuttgart dieses Dokument.

Darin „klagen“ sie sich selbst „an“, dass sie in den Jahren der Nazidiktatur „nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben.“ Zum 70. Jahrestag sind in der Markuskirche (Stuttgart-Süd) als einem der damaligen Versammlungsorte und in weiteren Stuttgarter Kirchengemeinden Veranstaltungen geplant.

18. Oktober. Die evangelischen Kirchengemeinden im Stuttgarter Süden laden zu einem gemeinsamen Gedenkgottesdienst in die Markuskirche (Filderstraße 22) ein. Die Predigt hält der Stuttgarter Prälat Ulrich Mack. Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr.
Der Gedenksonntag in der Markuskirche klingt aus mit einer Aufführung von Wolfgang Amadeus Mozarts Requiem. Die Markuskantorei, der Kammerchor Ostfildern, das Markusorchester und Gesangssolisten musizieren unter der Leitung von Andreas Scheufler. Das Konzert beginnt um 19 Uhr.

19. Oktober. „Die Stuttgarter Schulderklärung: Der Text und seine Entstehungsgeschichte“: Pfarrerin Daniela Dunkel (Markuskirchengemeinde) führt in den Text der Schulderklärung ein und ordnet ihn historisch ein. Der Abend mit Textstudium und Diskussion beginnt um 19.30 Uhr im Saal der Markuskirche (Filderstraße 22, Stuttgart-Süd).

22. Oktober. „Wir können aus der Erde keinen Himmel machen, aber jeder von uns kann etwas tun, daß sie nicht zur Hölle wirdt.“ Der Jurist Fritz Endemann spricht über Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der mit seiner Zivilcourage maßgeblich zum Zustandekommen der Frankfurter Auschwitzprozesse beigetragen hat. Der Vortrag in der Markuskirche beginnt um 20 Uhr.

29. Oktober. Was war die Schuld der Kirchen in der Zeit des Nationalsozialismus? Dieser Frage geht Dr. Thomas Breuer von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg in seinem Vortrag nach. Der Vortrag im Gemeindehaus der Erlöserkirche (Birkenwaldstraße 26 in
Stuttgart-Nord) beginnt um 19.30 Uhr.

1. November. „Bischof Hugo Hahn und das Stuttgarter Schuldbekenntnis.“ Im Gottesdienst mit anschließendem Vortrag stehen Leben und Wirken von Hugo Hahn im Mittelpunkt. Der aus Sachsen stammende Hahn war Mitglied der nazikritischen „Bekennenden Kirche“, arbeitete in den Jahren der Naziherrschaft in Stuttgart-Hedelfingen als „Stadtvikar“, bevor er Landesbischof in Sachsen wurde. Der Gottesdienst in der Kreuzkirche Hedelfingen (Amstetter Straße 25) beginnt um 10, der Vortrag um 11 Uhr.

12. November. 1945: Sind wir seit damals gründlich geheilt? Der Stuttgarter Prälat i.R. Martin Klumpp spricht über den Theologen Karl Barth und die Kirchen im Nachkriegsdeutschland. Der Vortrag im Hospitalhof beginnt um 19 Uhr.

Hintergrund:
Die Markuskirche im Stuttgarter Süden ist eng mit der Stuttgarter Schulderklärung verbunden. Zwar wurde die Erklärung selbst an eine internationale Kirchendelegation am 19. Oktober 1945 nicht in der Markuskirche übergeben, wie es jahrelang tradiert wurde. Sicher ist aber: In der Markuskirche fanden die Gottesdienste und Andachten der evangelischen Kirchenversammlung im Oktober 1945 statt.

Weitere Informationen zur Geschichte finden Sie hier:
Arrayhttp://www.markusgemeinde-stuttgart.de/bildung-kultur/stuttgarter-schuldbekenntnis.html

 

 

Quelle: Evangelische Landeskirche Württemberg ( http://www.elk-wue.de/meta/news/rss-meldungen/?#)
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