Diakoniestationen werfen DAK fragwürdige Praktiken vor

Die Diakoniestationen im Landkreis Tübingen werfen der Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) fragwürdige Praktiken bei der Genehmigung von Pflegeleistungen für hochbetagte, kranke und hilflose Patienten vor. Die Geschäftsführerin des Diakonischen Werks Tübingen, Cornelia Weber, fordert die DAK auf, die ärztlichen Verordnungen anzuerkennen und ihrer gesetzlichen Versorgungspflicht nachzukommen.

 

Seit einiger Zeit genehmigt die DAK notwendige, ärztlich verordnete Leistungen nur noch befristet. Sie schickt hochbetagten, kranken und hilflosen Mitgliedern Fragebögen und fordert sie auf, Namen von Angehörigen, Freunden oder Nachbarn anzugeben. So soll geprüft werden, ob diese Personen die vom Arzt verordneten Krankenkassenleistungen erbringen könnten.

 

Die DAK ist als gesetzliche Kasse aber verpflichtet, alten und kranken Versicherten die medizinisch notwendige häusliche Krankenpflege zu gewähren. Dazu gehören Injektionen, Medikamentengabe sowie das An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen. Die verordnenden Ärzte prüfen, ob die Maßnahmen medizinisch notwendig sind und verordnen entsprechend. Sie prüfen auch, ob die Voraussetzungen für die häusliche Krankenpflege nach der gesetzlichen Bestimmung (§ 37 SGB V- Krankenversicherung) vorliegen und keine andere im Haushalt des Versicherten lebende Person die verordneten Maßnahmen ausführen kann. Damit ist für die Krankenkasse geklärt, dass die Leistung von einem ambulanten Pflegedienst erbracht werden muss. Trotzdem sendet die DAK den Versicherten einen Fragebogen zu und genehmigt die Leistungen nur, wenn der Bogen mit den datenschutzrechtlich teilweise unzulässigen Fragen ausgefüllt zurückgesandt wird. Der Fragebogen liegt bereits dem Bundesbeauftragten für Datenschutz zur Prüfung vor.

 

Bei den betroffenen Versicherten handelt es sich überwiegend um betagte Menschen, die meist allein leben und niemanden haben, der ihnen beispielsweise eine Insulinspritze verabreichen oder die Kompressionsstrümpfe an-und ausziehen kann. Diese Menschen haben einen Rechtsanspruch auf medizinisch notwendige Behandlungspflegeleistungen.

 

Ein Beispiel aus der Praxis:

Eine 93-jährige Versicherte mit Pflegestufe 1 und Bedarf an zusätzlichen Betreuungsleistungen hatte häusliche Krankenpflegeleistungen erhalten. Wegen einer Demenzerkrankung konnte sie ihre Medikamente nicht mehr zuverlässig nach ärztlicher Vorgabe einnehmen. Nun sollte sie in dem Fragebogen bestätigen, dass sie die Leistungen nicht selbst erbringen kann und Namen von Angehörigen oder Nachbarn nennen, die diesen Dienst übernehmen könnten. Die Betroffene war daraufhin stark verunsichert und hatte die Sorge, die Leistungen selbst bezahlen zu müssen. Sie bestellte den ambulanten Pflegedienst ab. Sie versuchte die Medikamente wieder selbstständig einzunehmen, ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich daraufhin. Erst nachdem die entfernt wohnende Tochter erkannte, mit welchen Methoden die DAK arbeitet, handelte sie, legte Widerspruch ein und die Leistung wurde wieder bewilligt.

 

„Es kann nicht sein, dass alte und kranke Versicherte Ihnen zustehende notwendige ambulante Krankenpflegeleistungen erst nach Einlegen von Widersprüchen oder der Androhung von Klagen erhalten“ betont Cornelia Weber.

Quelle: Evangelische Landeskirche Württemberg ( http://www.elk-wue.de/meta/news/rss-meldungen/?#)
Bitte lesen Sie den ganzen Text auf der Originalseite des Feeds – zur Quelle