Aufbaugilde kritisiert Wohnungsbaupolitik

„In Heilbronn wird nur für die Reichen gebaut. So wird der soziale Sprengstoff der Zukunft geschaffen“. Drastische Worte fand Hans-Jörg Apprich bei der Mitgliederversammlung der Aufbaugilde. Der Vorstandsvorsitzende warnte: „Der Kampf um die Wohnungen wird die Bürger entzweien – wenn sich nicht bald etwas tut.“

Tausende Menschen im Raum Heilbronn litten schon jetzt „still“ unter dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum, weil ihnen zu hohe Mieten und Nebenkosten das Geld zum Leben nähmen. Nicht abebbende Flüchtlingswellen und steigende Zuwanderungen aus EG-Ländern verschärften das Problem.

Handlungsbedarf sieht Apprich auch in anderen Bereichen. Die Langzeitar- beitslosigkeit sei nur mit öffentlich geförderter Beschäftigung zu bekämpfen: „Es ist besser, Arbeit zu finanzieren statt Arbeitslosigkeit.“ Ein auf Initiative der Aufbaugilde mit Unternehmerverbänden und Gewerkschaften ausgearbeitetes „Heilbronner Modell“ liege auf dem Tisch, aber „Arbeitsministerin Nahles und Finanzminister Schäuble sind die Hauptgegner.“

Ein „trauriges Bild“ böte die Politik auch bei der Förderung von Migranten und Zuwanderern: „Mit erfolgreichen Deutsch- und Integrations-Kursen hat unser Bildungspark Hunderten Menschen eine solide Basis auf dem Weg in ein neues Leben gegeben. Jetzt fährt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Mittel zurück.“

Mit Überraschung nahmen die Mitglieder zur Kenntnis, dass die Wohnungs- losenhilfe-Häuser in der Wacks- und Fritz-Renner-Straße („die Keimzelle der Gilde“) abgerissen und neu gebaut werden müssen. Geschäftsführer Reiner Knödler: „Sanierungsstau und aktuelle Brandschutzbestimmungen lassen uns keine andere Wahl.“ Die notwendigen Anträge sollen noch dieses Jahr gestellt werden. Die Realisierung sei allerdings abhängig von offentlichen Fördermitteln.

Aus dem einst mit vielen Hoffnungen gestarteten Catering-Bereich wird sich die Aufbaugilde nach und nach ganz zurückziehen. Betrieb und Belieferung von Kantinen und Schulmensas sind laut Knödler „unter den aktuellen Marktbedingungen nicht mehr sinnvoll. Es wird nur noch über den Preis gegessen.“ Die Aubaugilde-Gastronomie lieferte zu Spitzenzei- ten 2000 Essen pro Tag. Knödler: „Jetzt gibt es durch den Konzentrationsprozess in der Branche Anbieter mit bis zu 200.000 Essen pro Tag.“

Umziehen wird der Allerhand-Laden im Hans-Rießer-Haus. Dessen Angebot wird integriert in das große Second-Hand-Kaufhaus „Gilde-Center“ in der Austraße. „Die Kunden“, so Knödler, „wollen Parkplätze und eine große Auswahl. Das können wir dort alles am besten bieten.“

Vor 37 Jahren als Nichtsesshaftenhilfe gegründet, ist der Aufbaugilde Heilbronn-Franken e.V. heute Träger der Einrichtungen und Betriebe der Aufbaugilde gGmbH. Mitglieder des Vereins sind 64 evangelische und fünf katholische Kirchengemeinden des Unterlandes, die Stadt Heilbronn, 43 Gemeinden des Landkreises, sieben Verbände und Institutionen aus dem Sozialbereich (von DRK bis Caritas) und 29 Privatpersonen und Firmen.

Quelle: Evangelischer Kirchenbezirk Heilbronn ( http://www.kirche-heilbronn.de/meta/rss/)
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