Reutlinger Mutscheln beim Kirchentag

Mutscheln mitten im Frühsommer boten Mitglieder der Neuen Marienkirchengemeinde den Besuchern des Deutschen Evangelischen Kirchentags auf der Stuttgarter Königstraße an. So wie sie nutzen bis zum morgigen Sonntag noch viele Reutlinger die Chance, Kirchentags-Flair und prominente Referenten fast vor der eigenen Haustür erleben zu können. Auch unter den mehr als 30.000 Mitwirkenden sind einige Reutlinger.

 

„Überwältigt von der großen Anzahl friedlich feiernder Menschen“ zeigte sich der Reutlinger evangelische Dekan Marcus Keinath, der mit seiner ganzen Familie zum Kirchentag gekommen ist. Zentrale Themen sind für ihn die Suche nach Frieden auf der Welt, das Engagement für Flüchtlinge und die Frage nach dem Umgang mit gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Beim letzten Punkt sieht er „unbedingt den Bedarf, dass sich unsere Kirche weiterentwickelt“. Keinath erkennt eine „seelsorgerliche Dringlichkeit der Anliegen von Menschen in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften“ und fragt: „Wer bin ich, dass ich da eine Schranke aufrichten dürfte?“ Er sei überzeugt, dass die vom Kirchentag ausgehenden Impulse auch in den Gemeinden und Bezirken ankommen, sagte der Dekan.

 

Typische Reutlinger Spezialitäten und Traditionen präsentierten Kirchengemeinderat Dietmar Tochtermann und sein Team von der Neuen Marienkirchengemeinde beim Abend der Begegnung am Mittwoch: Mitten auf der Königstraße und mitten im Frühsommer wurde gemutschelt. Mit überdimensionalem Würfelbecher durften Kirchentagsbesucher aus dem In- und Ausland eine „große Hausnummer“ würfeln. Die Mutscheln hat die Konditorei Sommer ausnahmsweise außerhalb der Saison gebacken.

 

Der Gönninger Liedermacher Thomas Felder setzte sich in seinem Konzert am Donnerstag und in einer Podiumsdiskussion am Freitag vor allem mit dem Bauprojekt „Stuttgart 21“ auseinander: „Die erste Volksabstimmung im Ländle ging um die Frage, ob die Erde eine Scheibe ist“, lästerte er. Der Pfarrerssohn nahm neben Bahnchef Rüdiger Grube auch den Stuttgarter Pfarrer und pro-S21-Aktivisten Johannes Bräuchle aufs Korn, den er als „Tunnel-Täufer Johannes“ verspottete.

 

Die integrative Theatergruppe der BruderhausDiakonie brachte ihr bereits in Reutlingen gezeigtes Stück „Die Geschichte des schwäbischen Franziskus“ über Gustav Werner auf die Bühne des Stuttgarter Theaterhauses. Die Württembergische Philharmonie Reutlingen musizierte zusammen mit der Gächinger Kantorei in der Liederhalle die Uraufführung des Werkes „Sacred Vessel“ von Martin Smolka. Am heutigen Samstag gestaltet Prälat Professor Dr. Christian Rose eine Bibelarbeit um 9.30 Uhr in der Liederhalle. Die Reutlinger Band „Siebensinn“ spielt um 12.30 Uhr im Schlossgarten „Rocksongs, die unser Leben begleiten“. Pfarrer Martin Enz und Eva Glonnegger von der BruderhausDiakonie gestalten einen Gottesdienst für Familien in Trauer um 17.30 Uhr im Uni-Campus Stadtmitte.

 

Kurzentschlossene können auch am Wochenende noch teilnehmen: Für den heutigen Samstag kostet die Tageskarte einschließlich Fahrkarte für die öffentlichen Verkehrsmittel 33 (ermäßigt 18) Euro, die Abendkarte ab 16 Uhr kostet 15 Euro. Die Karten sind erhältlich unter anderem in der Tourist-Information in der Königstraße 1a gegenüber dem Hauptbahnhof, in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle oder auf dem Cannstatter Wasen. Der Abschlussgottesdienst am Sonntag um zehn Uhr auf dem Cannstatter Wasen wird auch live im ZDF und auf SWR 4 übertragen.

Quelle: Evangelische Landeskirche Württemberg ( http://www.elk-wue.de/meta/news/rss-meldungen/?#)
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