Nicht tot, sondern mitten unter uns

Ostern. Christen feiern die Auferstehung. Gerade noch waren die Jünger von Jesus in Jerusalem erschrocken auseinander gelaufen, erzählt die Bibel. Jesus, ihr Lehrer, war hingerichtet worden. Und schon ein paar Tage später hat sich das Gerücht verbreitet: Er lebt. Er ist nicht tot. Gott hat ihn auferweckt. Er ist mitten unter uns, überall, wo wir zusammen in seinem Geist leben.

Ostern. Viele Menschen sagen aber auch: Schön, dass wir so ein Fest haben, wenn der Frühling anfängt und das Leben neu beginnt! Aber Auferstehung – das kann ich nicht glauben. Tot ist tot. Wie kann man glauben, dass ein Toter wieder da ist?

„Er ist nicht hier“ – die Bibel erzählt im allerersten Bericht von Ostern (Markus 16,1-8), wie das damals ein paar Frauen erlebt haben. In den evangelischen Gottesdiensten steht diese Geschichte heute im Mittelpunkt. Die Frauen wollten noch einmal Jesu Grab besuchen. Wenigstens dem Toten nahe sein, wenn der Lebendige nicht mehr da ist. Wer einen lieben Menschen verloren hat, der weiß, wie das ist. Viele besuchen immer wieder das Grab auf dem Friedhof, weil sie dem Toten nah sein möchten.

Aber die Frauen damals haben gemerkt: Er ist wirklich nicht mehr da. Auch hier, auf dem Friedhof ist der nicht, der mit uns gelebt hat. Das Grab ist leer. Stattdessen sehen sie einen jungen Mann, einen Engel vielleicht, einen Boten von Gott. Der bestätigt ihnen, was sie ja selber sehen: „Er ist nicht hier“ – und schickt sie zurück in ihren Alltag. Dahin, woher sie gekommen sind. „Geht nach Galiläa“, sagt er ihnen. „Dort werdet ihr ihn sehen, wie er gesagt hat“ 

Tut, was er euch gesagt hat, als er noch bei euch war. Geht nach Hause und erinnert euch. Dann werdet ihr erleben, dass er bei euch ist. Immer noch. Immer wieder und immer neu.

Menschen, die um einen Toten trauern, die kennen das. Den Enkeln fällt das Lied ein, das die Oma immer gesungen hat. Oder ihre Mahnung: „Zieh dich warm genug an! Oder wie sie immer gesagt hat: „Behüt‘ dich Gott!“ Und wenn sie das Lied von der Oma wieder singen und wenn sie ihre Mütze aufsetzen, dann ist die Oma plötzlich ganz nah. Und wenn sie auf Reisen gehen und keiner sagt mehr: „Behüt‘ dich Gott!“ – dann vermissen sie sie vielleicht besonders. Und hoffentlich macht es sie ein bisschen mutiger, wenn sie sich erinnern und sie können darauf vertrauen: Gott wird mich behüten – so wie die Oma es immer gesagt hat.

Genauso ist der Rat des Engels an die Frauen, die den toten Jesus gesucht haben: Erinnert euch! Hört auf die Worte, die er zu Lebzeiten gesagt hat! Vertraut darauf! Lebt danach! Dann werdet ihr erleben: Er ist nicht tot. Er ist mitten unter uns.

 

Rundfunkpfarrerin Lucie Panzer

Quelle: Evangelische Landeskirche Württemberg ( http://www.elk-wue.de/meta/news/rss-meldungen/)
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