Hauptsache Arbeit?

Die Mitarbeiterinnen der Mitternachtsmission Heilbronn haben mit ihrem Vortrag am Montag, 9. März, in der VHS Heilbronn ein Fragezeichen hinter den Ausspruch „Hauptsache Arbeit“ gesetzt. Durch die Beleuchtung der verschiedenen Formen von Menschenhandel aus unterschiedlichen Perspektiven wurden die rund 25 Anwesenden zum Nachdenken über sexuelle Ausbeutung und Arbeitsausbeutung angeregt.

Alexandra Gutmann, die Leiterin der Fachberatungsstelle für Betroffene von Menschenhandel, wies in ihrer Begrüßung auf die langjährige Erfahrung der Mitternachtsmission hin und kritisierte die teilweise einseitige und undifferenzierte Darstellung von Menschenhandel im öffentlichen Diskurs. Daran knüpfte Anne Cress an, indem sie dafür plädierte zwischen Menschenhandel und Prostitution zu unterscheiden und vor allem auch Arbeitsausbeutung in anderen Wirtschaftsbranchen, wie zum Beispiel in der häuslichen Pflege, dem Bau oder auch in der Gastronomie in den Blick zu nehmen. Sara Huschmann betonte, dass die einzigen verlässlichen Zahlen zu Menschenhandel in Deutschland dem Bundeslagebild des Bundeskriminalamtes entnommen werden können. Außerdem berichtete sie aus der Arbeit der Fachberatungsstelle, die gemeinsam mit zwei weiteren Fachberatungsstellen für ganz Baden-Württemberg zuständig ist und in Notfällen unter 07131-84531 rund um die Uhr erreichbar ist. Die Mitternachtsmission kann von Menschenhandel betroffene Frauen jederzeit in eigenen dezentralen Schutzunterkünften aufnehmen.

Kritisch angemerkt wurde von den Mitarbeiterinnen der Mitternachtsmission, dass sich bisher keines der Landesministerien für die Thematik Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung zuständig erklärt hat und das Thema noch nicht auf die politische Agenda gesetzt wurde. Dem Vortrag folgte eine angeregte Diskussion und es wurden von den Zuhörenden zahlreiche Rückfragen gestellt. Insbesondere die Situation in Heilbronn wurde in den Blick genommen. Deutlich wurde, dass neben Politik, Behörden und weiteren Institutionen vor allem auch die Bürgerinnen und Bürger gefragt sind, zu handeln und dem Thema öffentlich Gewicht zu geben.

Quelle: Evangelischer Kirchenbezirk Heilbronn ( http://www.kirche-heilbronn.de/meta/rss/)
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