Weihnachtsfriede zeigt sich am Umgang mit Flüchtlingen

Die Weihnachtsbotschaft vom Frieden auf Erden könne nur durch Dialog und auf kleinen Schritten Wirklichkeit werden, sagte der Reutlinger evangelische Prälat Professor Dr. Christian Rose in seiner Heiligabendpredigt in der Marienkirche: „Wie wird Frieden auf Erden? Nicht durch Vorurteile und nicht durch Ausgrenzung, nicht durch pauschale fremdenfeindliche Parolen. Es braucht Besonnenheit und Mut zum Gespräch, auch mit denen, die auf unseren Straßen protestieren.“

 

Es seien „Berührungen im Vorübergehen“, die Spuren hinterlassen und Menschen verändern könnten, sagte der Prälat in seiner Auslegung der Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium. Er selbst, sagte der Prälat,  habe bei seinen beiden Besuchen in der neuen Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Meßstetten auch solche Berührungen im Vorübergehen erlebt, die Spuren hinterlassen hätten. So habe er mit einem Roma-Ehepaar gesprochen, beide katholische Christen, beide knapp über 30 Jahre alt: „Sie sind aus Serbien geflohen, haben sich bei Schleppern verschuldet. Ihr Antrag auf Asyl hat wenig Aussicht auf Erfolg. Ihr Leben im Herkunftsland auch nicht. Sie sind ausgeschlossen aus der Gesellschaft. Und so – wer will´s ihnen verdenken? – fliehen die Menschen dorthin, wo sie hoffen, dass man sie wie Menschen behandelt. Sie wollen niemandem zur Last fallen. Für ein paar Wochen und Monate haben sie Raum in der Herberge.“

 

Der Prälat sprach von „45 Minuten, die mir nachgehen, Spuren hinterlassen. Manche Sorgen kann ich verstehen, deshalb braucht es den Dialog.“ In diesem Zusammenhang lobte Dr. Rose den in Reutlingen „intensiven Dialog unter den Religionen“ und  die gemeinsamen Gebete für den Frieden am Baum der Religionen vor der Stadthalle: „Es gibt in unserer Stadt und in anderen Städten viele Menschen, die sich großartig für die Flüchtlinge aller Religionen in unserer Region einsetzen. Dafür bin ich sehr dankbar. Das hinterlässt tiefe Spuren, auch bei denen, die nur vorübergehend bei uns leben.“ Friede auf Erden zeige sich, so Dr. Rose, „auch im mutigen und freundlichen Umgang mit den Menschen, die uns fremd sind.“

Quelle: Evangelische Landeskirche Württemberg ( http://www.elk-wue.de/meta/news/rss-meldungen/)
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