Aufschrei gegen Hunger und Ungerechtigkeit

Evangelische Landeskirche Württemberg

Die Aktion „Brot für die Welt“ sei ein Aufschrei gegen Hunger und Ungerechtigkeit, sagte der Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg, Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, anlässlich der landesweiten Eröffnung der 56. Aktion am Sonntag, 30. November in Reutlingen. Weltweit gebe es 840 Millionen Menschen, denen das Brot zum Leben fehle, beklagte der Diakonie-Chef im Festgottesdienst in der evangelischen Marienkirche. Er forderte, „für Gerechtigkeit und Auskommen für jeden Menschen einzustehen.“

Dr. Djékadoum Ndilta, ein Arzt aus dem Tschad, erläuterte als Projektpartner von „Brot für die Welt“ das Engagement der Hilfsorganisation: Im Tschad könnten viele Menschen nicht lesen und schreiben, deshalb fehlten ihnen oft auch Kenntnisse über Hygiene und gesunde Ernährung. Das von „Brot für die Welt“ unterstützte Projekt, in dem er mitarbeite, sensibilisiere die Bevölkerung für Hygienemaßnahmen und biete eine Basis-Gesundheitsversorgung. Durch Aids-Aufklärung habe man die Infektionsrate von zehn auf zwei Prozent senken können. Dass die Bevölkerung nicht vom Reichtum des Landes an Erdöl und Baumwolle profitiere, sei auf eine politisch schwierige Situation zurückzuführen, erklärte der Arzt.

 

Der Reutlinger Landrat Thomas Reumann äußerte sich in einer Talk-Runde nach dem Festgottesdienst unter anderem auch zur Flüchtlingspolitik: „Ich bin der Meinung, dass wir diese Aufgabe meistern können, müssen und werden!“ Es gehe nicht nur darum, Unterkünfte bereitzustellen, sondern auch um soziale Teilhabe und eine Willkommenskultur, betonte der Landrat. Die neue Asylgesetzgebung der Bundesregierung, die mit erweiterten finanziellen Unterstützungen für Kreise und Kommunen verbunden ist, begrüßte Reumann: „ Gut so, vielen Dank, das ist der richtige Schritt in die richtige Richtung. Die Kernfrage wird sein, was kommt konkret vor Ort an.“ Gleichzeitig betonte er: „Das Asylrecht ist kein ausreichendes Instrument mehr, wir brauchen längst ein modernes Ausländerrecht und ein modernes Zuwanderungsrecht.“

 

Ingrid Peters, die Personalleiterin der Robert Bosch GmbH in Reutlingen, erklärte, Afrika sei ein Zukunftsmarkt: „Auch wir werden dort hingehen, aber unter den gleichen sozialen Standards und Produktionsbedingungen wie hier. Ethische Werte sind für unsere Firma wichtig, sie gelten global.“

 

Der Reutlinger Verwaltungsbürgermeister Robert Hahn stellte seine Kommune als Fair-Trade-Stadt vor: „Das bedeutet, dass wir unsere Marktmacht als Einkäufer dafür einsetzen, dass die Welt ein Stück gerechter wird. Dazu versuchen wir, möglichst viel unseres städtischen Bedarfs aus fairem Handel einzukaufen.“ Zu den städtischen Projektpartnern gehöre auch der Eine-Welt-Laden.

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