Telefonseelsorge Neckar-Alb bietet Ausbildung und ehrenamtliche Mitarbeit

Evangelische Landeskirche Württemberg

Ob Liebeskummer, Einsamkeit oder Ärger mit dem Chef – wer sich seine Nöte von der Seele reden will, der findet bei der Telefonseelsorge immer ein offenes Ohr: Unter der kostenlosen Rufnummer 0800-111 0 111 ist 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr eine Ansprechperson erreichbar.

 

Täglich rund 50 Anrufe kamen 2013 im Durchschnitt an im Tübinger Büro der Ökumenischen Telefonseelsorge Neckar-Alb. Deren Einzugsbereich reicht von Reutlingen über Tübingen und den Zollernalbkreis bis nach Rottweil. Um mit der steigenden Nachfrage fertig zu werden, braucht die Telefonseelsorge mehr ehrenamtliche Mitarbeitende. Die bekommen kostenlos eine hochprofessionelle Ausbildung und sollen sich dafür für drei Jahre zur Mitarbeit verpflichten.

 

„Wer sich selbst und andere besser kennen und verstehen lernen will, der kann für Selbsterfahrungskurse viel Geld ausgeben“, weiß die Leiterin der Ökumenischen Telefonseelsorge Neckar-Alb, Ute von Querfurth. Die Telefonseelsorge-Ausbildung sei dagegen kostenlos und eröffne den Teilnehmenden neue Selbsterfahrungen und -Erkenntnisse. Die Telefonseelsorge lebt vom ehrenamtlichen Engagement: Derzeit 60 Ehrenamtliche, davon rund drei Viertel Frauen, stehen neben drei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen. Nach einem Auswahlverfahren und einer einjährigen, einmal wöchentlich stattfindenden Ausbildung verpflichten sich die Ehrenamtlichen monatlich zu zwei Tagdiensten und einem Nachtdienst. Sie erhalten regelmäßig Supervision und Fortbildungen.

 

„Lust am Kontakt mit sich selbst und mit anderen“ sei eine gute Motivation zur Mitarbeit, sagt eine Telefonseelsorgerin, die wie alle ehrenamtlichen Mitarbeitenden anonym bleiben möchte. Das Team der Ehrenamtlichen gebe starken Halt und die Telefongespräche seien mitunter berührend: „Wenn man die Verzweiflung einer Anruferin mit ausgehalten hat und in ihrer Stimme plötzlich ein Lächeln hört, dann ist das ein Glücksmoment“, erzählt sie.

 

Zu den Grundsätzen der Telefonseelsorge gehören das Recht der Anrufenden auf Anonymität, die Kompetenz der Mitarbeitenden und deren Pflicht zur Verschwiegenheit, die kostenlose Erreichbarkeit rund um die Uhr sowie die weltanschauliche Offenheit.

Die ökumenische Telefonseelsorge Neckar-Alb hat ein Haushaltsvolumen von rund 240.000 Euro. Davon finanziert die evangelische Kirche einen Anteil von 38  Prozent und die katholische Kirche 28 Prozent. Die Landkreise geben Zuschüsse in Höhe von 20 Prozent. Zusätzlich sind jährliche Gottesdienstkollekten und Spenden in Höhe von 30.000 Euro erforderlich.

 

Interessenten an einer Telefonseelsorge-Ausbildung mit anschließender ehrenamtlicher Mitarbeit sind eingeladen zu einem unverbindlichen Info-Abend am Donnerstag, 11. Dezember um 19 Uhr in Tübingen. Der genaue Veranstaltungsort wird mitgeteilt nach Anmeldung unter Telefon 07071-915177 (vormittags) oder http://buero@dont-want-spam.ts-neckar-alb.de.

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