Einblicke in die Vielfalt der Diakonie

Evangelische Landeskirche Württemberg

Konfirmandenunterricht ganz praktisch – das ist die Konfi-Rallye, bei der seit 2007 diakonische Einrichtungen Konfirmandinnen und Konfirmanden aus dem Evangelischen Kirchenbezirk Esslingen Einblicke in ihre Arbeit geben und ihnen ermöglichen, diakonische Arbeit aus eigener Anschauung zu erleben.

Gut 350 Konfirmandinnen und Konfirmanden aus 18 Kirchengemeinden des Kirchenbezirks haben gemeinsam mit ihren Pfarrerinnen, Pfarrern und ehrenamtlichen Begleitern aus den Kirchengemeinden die Chance genutzt und sich aus 14 Stationen ihr individuelles Programm aus drei bis vier Stationen zusammengestellt.

 „Es geht darum, an diesem Nachmittag die Vielfalt und Breite zu erleben und zu sehen, was die Diakonie leistet“, sagt Dietmar Bauer-Sonn, Leiter der Diakonischen Bezirksstelle Esslingen, der im Auftrag von Kreisdiakonieverband Esslingen und Kirchenbezirk auch in diesem Jahr wieder die Konfi-Rallye organisiert hat. In der Frauenkirche erfuhren die Jugendlichen, wie die Vesperkirche organisiert wird und welche eindrücklichen Erfahrungen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort machen. Im Beruflichen Ausbildungszentrum Esslingen (BAZ) bekamen sie unter anderem Einblicke in die Ausbildungsküche und im Wohnheim der Diakonie Stetten in den therapeutischen Bereich. Auch Weltladen, CVJM, Verein Heimstatt, Diakonie-und Sozialstation, Esslinger Beschäftigungsinitiative (EBI), Diakonieladen, das Theodor-Rothschild-Haus und der Erfrierungsschutz der Evangelischen Gesellschaft (EVA) waren mit im Boot und versorgten die Jugendlichen mit ausführlichen Informationen, luden sie aber auch zu Spielen, Quiz und praktischen Übungen ein.

In der Psychologischen Beratungsstelle Esslingen (PBS) bekamen die Jugendlichen nicht nur einen Überblick über die vielfältigen Beratungs- und Hilfsangebote. Zwei Therapeutinnen berichteten auch aus ihrem Beratungsalltag und beschrieben fiktive Fallbeispiele. Dabei erfuhren die Jugendlichen auch, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schweigepflicht unterliegen und sie wurden ermutigt, sich bei Problemen an die PBS zu wenden, so Carmen Stähle-Rudolph von der Psychologischen Beratungsstelle.

Heike Blankenhorn-Frick von der Schuldnerberatung der Diakonischen Bezirksstelle (DBS) erläuterte den Unterschied zwischen Verschuldung und Überschuldung und erklärte dann, wie die Schuldnerberatung helfen kann –  aber auch, was sie von den überschuldeten Menschen fordert, die sich an die Beratungsstelle wenden. Die Konfirmandengruppe aus Berkheim lauschte ihr interessiert und beteiligte sich mit Zwischenfragen. „Wie viele Schulden haben die Leute, die zu Ihnen kommen“, wollte ein Junge wissen. Dürfen auch Firmen kommen?“, ein anderer. So vergingen die eingeplanten 20 Minuten fast zu rasch. Am Ende konnte sie jeder Einzelne beim „Krötentest“ klar werden, wie es um seinen Umgang mit Geld bestellt ist. 

Beate Schmauk von der Sozial-und Lebensberatung der DBS führte den Konfirmanden eindrücklich vor Augen, dass der auf den ersten Blick scheinbar hohe Hartz-IV-Satz für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre von monatlich 261 Euro nur ganz wenig ermöglicht und selbst kleine Wünsche oft Träume bleiben müssen. „Das führt auch zur Ausgrenzung“, sagte Schmauk. Auch sie ermutigte die Konfirmanden, sich bei Problemen sich die Unterstützung der DBS zu holen. Auch hier ist die Beratung anonym, vertraulich und kostenlos. „Man muss sich für Probleme wie Armut, Krankheit oder Arbeitslosigkeit nicht schämen“, gab sie den Jugendlichen mit auf den Weg. Erfüllt von den vielen Eindrücken traten die Konfirmanden den Heimweg an. Sie werden das Erlebte nun im Konfirmandenunterricht vertiefen.

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