Kinderkirche bringt Kinder mit Gott in Kontakt

Evangelische Landeskirche Württemberg

„Face to Faith – Mit Gott in Kontakt“: Unter diesem Motto treffen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kinderkirchen aus ganz Württemberg am 12. Oktober zu Vorträgen, Gesprächen, Diskussionen und Workshops in Esslingen. Die Kindergottesdienst-Landeskonferenz wird einmal pro Jahr vom Württembergischen Evangelischen Landesverband für Kindergottesdienst e.V. veranstaltet.

„Wir erhoffen uns auch wichtige Impulse für die Kinderkircharbeit im Kirchenbezirk Esslingen“, sagt Dekan Bernd Weißenborn, der sich freut, dass Esslingen in diesem Jahr Gastgeberin der Fortbildungsveranstaltung ist. Kinderkircharbeit habe eine lange und gute Tradition im Kirchenbezirk. „Kinder in die Mitte zu nehmen ist uns ein Anliegen und eine Aufgabe, die sich bereits aus dem Evangelium ableitet“, betont der Dekan. 

Auch in der Württembergischen Landeskirche reicht die Tradition der Kinderkirche weit zurück. Um 1880 sei sie während der industriellen Revolution als „Sonntagsschule“ entstanden – auch mit dem Ziel, Kinder aus entwurzelten Familien von der Straße zu holen, sagt Frank Widmann, Pfarrer für Kindergottesdienst in der Württembergischen Landeskirche. „Singen, Beten und vom lieben Heiland hören“, sei damals das Motto gewesen. Heute verstehe sich die Kinderkirche als „Kirche mit Kindern“ und versuche, die Gottesdienste gemeinsam mit den Kindern zu gestalten. Ein fester Rahmen kann Raum geben für die unterschiedlichsten Formen, um Kinder mit religiösen Inhalten vertraut zu machen und ihnen zu ermöglichen, den Glauben zu erfahren. 

„Kinderkirche ist der Ort, an dem Kinder ihren eigenen Glauben und ihre Beziehung zu Gott entwickeln und gemeinsam feiern können“, erläutert der Deizisauer Pfarrer Clemens Grauer, der im Kirchenbezirk Esslingen für die Kinderkircharbeit verantwortlich ist. Rituale wie Gebete, Segen und auch die biblische Geschichte spielen im Kindergottesdienst eine wichtige Rolle. Dennoch unterscheiden sich die Formen, denn die Teams vor Ort agieren eigenverantwortlich. Begleitet werden sie häufig von Pfarrerin, Pfarrer oder Diakonen. Doch die Gemeinden spüren den gesellschaftlichen Wandel, der sich nicht nur in zurückgehenden Kinderzahlen ausdrückt. Achtjähriges Gymnasium und Ganztagesschule lassen Kindern wie den oft jugendlichen ehrenamtlichen Mitarbeitern weniger Zeit. Manchen Gemeinden bieten den Kindergottesdienst nur noch vierzehntägig oder monatlich an oder setzten stärker auf Angebote wie Krabbel-Gottesdienste oder Kinderbibeltage, sagt Frank Widmann.

Der Landesverband kümmert sich als Dachverband um die Schulung und Fortbildung vor allem der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ohne die die Kinderkircharbeit undenkbar wäre. Als einziger Landesverband verfügt er über eine eigene Tagungsstätte, die in Beilstein beheimatet ist. Die jährliche Landeskonferenz, die in jedem Jahr an einem anderen Ort stattfindet, ist Fortbildung und Ideenbörse, aber auch Treffpunkt für ehrenamtliche Mitarbeiter. Das detaillierte Programm, das allen Interessierten offensteht, ist unter www.kinderkirche-wuerttemberg.de zu finden. Zusätzlich organisiert Clemens Grauer jährlich ein Fortbildungswochenende für die Kinderkirch-Mitarbeiter im Kirchenbezirk, bei dem die Ehrenamtlichen sich austauschen und neue Impulse gewinnen können.

Kinderkirche in Zahlen:

Rund 20 000 Kinder besuchen in der württembergischen Landeskirche regelmäßig den Kindergottesdienst. Etwa 250 sind es im Kirchenbezirk Esslingen, wobei die Teilnehmerzahlen der einzelnen Kindergottesdienste ganz unterschiedlich sind. Im Durchschnitt besuchen 15 Kinder den Kindergottesdienst. 70 Prozent sind zwischen sechs und zehn Jahre alt. 8000 bis 9000 Ehrenamtliche engagieren sich landeskirchenweit dafür. Mehr als 90 Prozent aller Kirchengemeinden haben einen eigenen Gottesdienst für Kinder, der in der Regel wöchentlich sonntags stattfindet.

http://www.ev-kirche-esslingen.de 

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