Weltgebetstag 2014: Hoffnung für Ägyptens Frauen

Evangelische Landeskirche Württemberg

Vor und nach dem Sturz von Präsident Mohammed Mursi im Juli 2013 war es in Ägypten zu schweren Unruhen und Gewalt gekommen. Vor allem auch Christen waren Übergriffen durch radikale Muslime ausgesetzt. Mehr als 80 Kirchen gingen in Flammen auf. Seitdem hat sich die Lage für die Christen im Land wieder etwas beruhigt, wenngleich es vor allem in Oberägypten immer wieder zu Gewaltakten gegen sie kommt. „Wir loben Gott, dass sich die Ägypterinnen und Ägypter trotz allem miteinander verbunden fühlen: nicht nur Christinnen und Christen unterschiedlicher Konfessionen, sondern auch die vielen moderaten Muslime“, betonte Mary Massoud, eine der Weltgebetstags-Frauen aus Ägypten, im Vorfeld des 7. März. Auch der koptische Papst Tawadros II. tritt für eine Aussöhnung der Bevölkerung in Ägypten ein. Er sehne den Tag herbei, an dem sich Minarett und Kirchturm gegenseitig umarmen, wurde er kürzlich zitiert. 

Lage in Ägypten weiterhin angespannt

Bei vielen Ägyptern, die sich seit 2011 für Freiheit und soziale Gerechtigkeit eingesetzt haben, ist die Hoffnung allerdings Ernüchterung gewichen. Denn wirtschaftliche Probleme, hohe Arbeitslosigkeit und soziale Spannungen prägen den Alltag. Ungebrochen ist die Macht der Militärs, die einen Staat im Staate darstellen. Auch die Menschenrechtslage bleibt kritisch. Vor allem Anhänger der Muslimbrüder werden ausgegrenzt und verfolgt. Mitte Januar wurde eine neue Verfassung angenommen. Sie schreibt den Islam als Staatsreligion fest. Allerdings garantiert sie auch Religionsfreiheit und den Schutz vor Diskriminierung. Zudem soll es auch Christen künftig erlaubt sein, Orte der religiösen Anbetung – also Kirchen – zu bauen. 

Gelebte weltweite Ökumene

Der Weltgebetstag ist eine weltweite ökumenische Basisbewegung christlicher Frauen. Der Gottesdienst zum Weltgebetstag wird jedes Jahr von Frauen unterschiedlicher christlicher Konfessionen aus einem anderen Land vorbereitet. Auf diese Weise sollen die Besucherinnen und Besucher der Gottesdienste den Reichtum der Ökumene erfahren und zu Handeln für mehr Gerechtigkeit auf der Welt motiviert werden. In Deutschland erwarten evangelische und katholische Kirchengemeinden auch 2014 wieder hunderttausende Besucherinnen und Besucher. Die Kollekte, die in den Gottesdiensten in Deutschland gesammelt wird, kommt in diesem Jahr unter anderem zwei ägyptischen Partnerorganisationen zugute, die sich vor Ort für Mädchenbildung und die Mitbestimmung von Frauen einsetzen.

Weitere Informationen zum Weltgebetstag sowie Materialien zum Download finden Sie unter http://www.weltgebetstag.de

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