Martin Schüßler als Verwaltungsstellenleiter und Bezirksrechner verabschiedet

Evangelische Landeskirche Württemberg

Martin Schüßler ist als Leiter der Kirchlichen Verwaltungsstelle Tübingen und Rechner des Evangelischen Kirchenbezirks am Montag, 18. März aus seinen Ämtern verabschiedet worden. „Mein Ruhestand kommt 20 Jahre zu früh“, bekannte der 48-Jährige vor der Bezirkssynode im evangelischen Gemeindehaus Lustnau: „Aber mein Körper hat mir deutlich zu verstehen gegeben, dass eine Veränderung nötig ist.“ Seit einer Burn-out-Erkrankung vor mehr als zwei Jahren habe er seinen Dienst nicht mehr regulär ausüben können, erklärte Dekanin Elisabeth Hege. Zum 1. Februar ist Martin Schüßler mit seinem Einverständnis in den vorzeitigen Ruhestand versetzt worden.

 

Zahlreiche Gäste waren zur Verabschiedung gekommen, darunter die Sozialdezernentin des Landkreises Tübingen, Ulrike Dimmler-Trumpp, viele Mitarbeiter des Kirchenbezirks sowie mehrere Verwaltungsstellenleiter-Kollegen. „Es ist schwierig, wenn der Kopf und das Pflichtbewusstsein sagen: Du musst und du kannst und du willst – aber die Kraft fehlt“, sagte Dekanin Hege: „Es ist mir bewusst, dass es kein leichter Abschied für Sie ist – und natürlich auch nicht für den Kirchenbezirk.“

 

Oberkirchenrat Hans-Peter Duncker überbrachte den Dank der Evangelischen Landeskirche und des Oberkirchenrats für fast 21 Jahre im kirchlichen Dienst: „Unsere Zusammenarbeit war immer unkompliziert, ertragreich und freundlich“, sagte er: „Ihre ruhige, ausgleichende, sachliche Art wurde geschätzt.“ Das von Schüßler entwickelte Tübinger Modell für die Kirchensteuerzuweisung halte er für das Modell, das den Kirchengemeinden größtmöglichen Gestaltungsspielraum sichere und diese gleichzeitig in Solidarität vor Überforderung schütze. Bei der Gestaltung der elektronischen Datenverarbeitung habe die von Schüßler geführte Tübinger Verwaltungsstelle einen Weg beschritten, der zunächst kritisch gesehen worden sei, sich aber heute durchgesetzt habe. Auch bei der Übernahme von Verwaltungsdienstleistungen als Serviceangebot für die Kirchengemeinden sei Tübingen weiter als viele andere Bezirke.

 

„Martin Schüßler hat unser Sach’ energisch und zielbewusst zusammen gehalten“, lobte Professor Martin Beck als Vorsitzender der Bezirkssynode: „Er war ein Schaffer, ein Tiefbohrer, ein Genauer, einer, der den Dingen auf den Grund ging.“ Der Abschied habe nicht nur schmerzliche Anteile, sagte Beck, sondern er bringe auch Entlastung und Erleichterung mit sich. Für die verlässliche und vertrauensvolle Arbeit Martin Schüßlers dankte Beck im Namen des Kirchenbezirks.

 

„Noch vor wenigen Wochen wäre mir ein stiller Abgang lieber gewesen“, bekannte Martin Schüßler in seiner Abschiedsrede: „Aber jetzt freue ich mich, dass ich den Abschied mit Ihnen in dieser Form feiern kann.“ Er blicke dankbar auf seine Dienstzeit zurück. In Anspielung auf seinen Vornamen sagte er: „Vieles wollte ich reformieren. Das Loslassen fällt mir jetzt schwer, weil ich vieles mit Herzblut gemacht habe.“ Seine Gesundheit habe sich erfreulich stabilisiert, berichtete er: „Vieles kann ich jetzt besser verstehen, auch unsere Organisation – und mich selber.“

 

Martin Schüßler war als Jugendlicher in der evangelischen Jugendarbeit und im Bezirksarbeitskreis des Jugendwerks Tübingen tätig gewesen. Nach Abschluss seiner Verwaltungsausbildung hatte er in Bodelshausen eine Leitungsstelle als Fachbeamter für Finanzwesen angetreten. Seit dem 1. April 1992 war er im kirchlichen Dienst, zunächst als stellvertretender Verwaltungsstellenleiter, ab 1995 als Leiter.

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