Einsatz für Rechte von Frauen ausgezeichnet

Evangelische Landeskirche Württemberg

Am Samstag, 28. April, erhielt Kinga von Gyökössy-Rudersdorf im Schloss Ludwigsburg den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg von Ministerpräsident Winfried Kretschmann.
Der Ministerpräsident würdigte den über dreißig Jahre langen Einsatz von Kinga von Gyökössy-Rudersdorf für die Rechte von Frauen und Mädchen und ihr Engagement, diese vor Gewalt zu schützen und die dafür ursächlichen Strukturen zu verändern. Ganz besonders hat sich Kinga Gyökössy-Rudersdorf um die Integration von Migrantinnen verdient gemacht.
Kinga von Gyökössy-Rudersdorf engagiert sich in diesem Sinn auch innerhalb der Evangelischen Landeskirche und der Evangelischen Frauen in Württemberg. Ihr Einsatz, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann, ist von hohem persönlichem Engagement und großer Empathie geprägt.
Geboren in Ungarn, wurde die Tochter eines reformierten Pfarrers schon früh im Rahmen der Kirchengemeinde ehrenamtlich aktiv und hat erfahren, dass Glaube und Überzeugung Berge versetzen können. Nach ihrer Heirat mit Dr. Karl Heinrich Rudersdorf folgten für die medizinisch-technische Assistentin aus Weinstadt-Endersbach mehrere Auslandsaufenthalte in Afghanistan und im Jemen. Seit 1980 engagierte sie sich beim Autonomen Frauenhaus in Stuttgart und als Gewerkschaftsmitglied. Sie gründete den ersten Deutsch-Migrantinnen-Arbeitskreis in Stuttgart mit und engagierte sich seitdem jährlich beim internationalen Frauentag in Stuttgart.
Seit 1988 ist sie mit ihrer ehrenamtlichen Mitarbeit in der Evangelischen Frauenarbeit der Landeskirche Württemberg präsent, seit 2006 die Evangelischen Frauen in Württemberg. Dort hat sie in allen thematischen Arbeitskreisen "Bewahrung der Schöpfung", "Arbeitskreis Medien", Arbeitskreis "Frieden im Nahen Osten" und im Arbeitskreis "Gerechtigkeit" mitgearbeitet. In letzterem repräsentierte sie den Schwerpunkt Clean-Clothes-Campaign. In diesem Bereich führt sie regelmäßige Schulungen durch, Straßenaktionen und Vorträge. Seit 1994 ist sie im Rahmen der Ev. Frauenarbeit/Frauen zudem ehrenamtlich tätig bei der Organisation des Weltgebetstages in Gemeinden in Stuttgart (Hospitalhof), in Fellbach und als Kirchengemeinderätin der ungarischen Gemeinde in Stuttgart/Bad Cannstatt. Sie beteiligte sich seit 1990 bei der "Weltkonferenz der Religionen auf dem Weg zum Frieden" (WCRP),
Ortsgruppe Stuttgart und ist ehrenamtlich im Verein für eine gerechte Welt e.V. (Weltladen) in Fellbach aktiv. Am 14. Oktober 2011 wurde sie zudem im Rahmen der Hauptversammlung der Evangelischen Frauen in Württemberg mit der Brenzmedaille der Evangelischen Landeskirche ausgezeichnet.
Kinga von Gyökössy-Rudersdorf hat schon vor vielen Jahren das Problem des Frauenhandels erkannt. Sie realisierte, dass gerade junge Frauen aus Osteuropa besonders gefährdet sind, weil sie nur die angenehmen Seiten des Westens sehen. Sie engagiert sich daher auch in der Arbeit des Bündnisses gegen Zwangsprostitution Baden-Württemberg.
Kinga von Gyökössy-Rudersdorf gilt als die "unerschrockene Ungarin", die das Herz am rechten Fleck hat. Zu ihren Ehren wurde im Rahmen der Verleihung der Verdienstorden neben anderen nationalen Fahnen auch die ungarische Fahne gehisst. Gemeinsam mit ihr erhielten am 28. April zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik, Kunst und Wissenschaft den Verdienstorden, so unter anderem Eva Luise Köhler, Prof. Dr. Dr. h.c. Ernst Ulrich von Weizsäcker und Gunter Demnig.
Die Evangelischen Frauen und die Evangelische Landeskirche gratulieren Kinga von Gyökössy Rudersdorf, mit der eine profilierte Vertreterin der Anliegen von Frauen die höchste Auszeichnung des Landes Baden-Württemberg erhalten hat.

 

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